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Grundschule Spangdahlem wird vor Ende der Sommerferien fertig

Dorfleben : Grundschule Spangdahlem: Eine Sanierung mit Hindernissen geht zuende

Die Sanierung der Grundschule Spangdahlem ist fast geschafft. Die Kinder können pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahrs „einziehen“. Ingenieur und Bauarbeiter haben viele Herausforderungen gemeistert.

Florian Hüwels tunkt die Rolle ins Weiß und streicht vorsichtig über die Wände. Kollege Phillip Aßhof kniet auf dem Boden und macht die Feinarbeiten. Mit den meisten Räumen sind die beiden schon fertig. Es sind also die letzten Pinselstriche, die die Mitarbeiter der Speicherer Malerfirma Zimmer hier machen. Bauarbeiter machen die letzten Handgriffe in der Grundschule Spangdahlem. Und es wird höchste Zeit.

Denn in nicht mal zwei Monaten sollen die Spangdahlemer Kinder hier wieder die Schulbank drücken. Seit 2018 wurden die Jungs und Mädchen in Speicher unterrichtet – zumindest wenn die Pandemie dies zugelassen hat. Nach den Sommerferien aber sollen sie zurückkehren in ihre alten Klassenzimmer, die sie kaum wiedererkennen werden.

Schon von außen hat sich einiges getan. Statt der gemauerten Fassade präsentiert sich die Grundschule jetzt weiß mit bunten Elementen. Und auch drinnen wirkt die Schule viel heller und moderner, als es ein Sechziger-Jahre-Bau vermuten ließe. Die Fenster sind andere, das Dach neu gedeckt, die Wände gestrichen, Leitungen und Elektrik erneuert, und und und. Doch bis hierhin war es ein weiter Weg.

„Der Zeitrahmen für diese Sanierung war von Anfang an sehr eng“, sagt der planende Ingenieur Eric Mathey aus Speicher: „Dass wir trotzdem so weit sind, und das mitten in einer Pandemie und angesichts eines Baustoffmangels, grenzt eigentlich an ein Wunder.“

Und nicht nur der Zeitplan passt. Auch das Budget für die Sanierung müsse nicht großartig nach oben korrigiert werden. Statt 1,45 Millionen könnten es laut Mathey 1,55 Millionen werden: „Das wären dann Mehrkosten von sechs Prozent. Ich denke, das ist im Rahmen, auch in Anbetracht dessen, was wir in dem Gebäude alles vorgefunden haben.“

Tatsächlich hat die alte Grundschule im Laufe der Bauarbeiten mehrfach für unschöne Überraschungen gesorgt. Der erste Hammer kam 2019, als Fachleute giftige Asbestfasern im Putz fanden. Was die Kosten von 800 000 auf damals geschätzt 1,4 Millionen verteuerte. Doch das war noch nicht alles.

Auch im Fensterkit der Glastrennwände im Obergeschoss befand sich Asbest und statt Mauerwerk waren Bimsbeton, Glasbetonsteine und Heraklithplatten verbaut worden. Was wiederum die Abbrucharbeiten in der Schule aufwändiger machte und verteuerte.

Das jüngste Problem macht nun der Bodenbelag. Eigentlich sollte der nur etwas ausgebessert werden. Weil der mit Schadstoffen belastete Putz aber fast vollständig abgeschlagen und die Mauer noch zusätzlich abgeschliffen wurde, ergaben sich Lücken zwischen Boden und Wand. So groß, dass sie nicht durch Leisten abgedeckt werden können. Daher muss nun auch ein neuer Vinyl-Belag für rund 35 000 Euro her.

Solche Unwägbarkeiten könne man bei alten Gebäuden eben nur schwer erahnen, sagt Mathey, der auch für die CDU im Verbandsgemeinderat Speicher und im Stadtrat sitzt. Ebenso wenig wie die Lieferengpässe für bestimmte Baumaterialien durch die Corona-Pandemie.

 Phillip Aßhoff (vorn) und Florian Hüwels machen die letzten Pinselstriche in den Klassenräumen.
Phillip Aßhoff (vorn) und Florian Hüwels machen die letzten Pinselstriche in den Klassenräumen. Foto: TV/Christian Altmayer

Insgesamt aber ist der Ingenieur zufrieden mit  Planungen und Arbeiten. Was noch fehlt sei eben der neue Boden, zudem die Gestaltung des Außengeländes und weitere kleinere Arbeiten. „Aber wir werden rechtzeitig fertig“, verspricht Mathey.