Grundstück für neue Kita in Irrel ist schon gefunden

Infrastruktur : Hier entsteht die neue Kita  für Irrel

Der Neubau soll 2020 beginnen. Insgesamt wird das Projekt fast fünf Millionen Euro kosten. Die Höhe der Landesförderung ist noch unklar.

Die Wiese ist matschig. Es hat viel geregnet in den vergangenen Tagen. Kinderlachen und  Geschrei wehen vom nahen Schulhof der Franziskus Grund- und Realschule plus in Irrel rüber zum Grundstück, das für den Neubau der Kindertagesstätte St. Elisabeth Irrel gedacht ist.

Das Gelände liegt vor der Schule. Noch stehen auf der Wiese Bäume und Büsche.  „Die Fläche ist fast 4000 Quadratmeter groß“, sagt Moritz Petry, Vorsitzender des Kita-Ausschusses (und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Südeifel). Der Neubau sei nötig, weil das alte Gebäude nicht nur zu klein geworden, sondern auch in die Jahre gekommen ist (der TV berichtete). Ein Umbau sei nicht möglich, da es auf dem Grundstück keinen Platz mehr für eine Erweiterung gebe.

Aktuell sind 122 Kinder in sechs Gruppen angemeldet. Davon sind 23 Kinder unter drei Jahre alt. Die Kita, die vor 40 Jahren gebaut wurde, platzt aus allen Nähten. Um die Nachfrage befriedigen zu können, vor allem auch für die Kinder unter drei Jahren, wurden Container aufgestellt. Ein Architekt für den Neubau ist bereits gefunden. An den Plänen wird noch gearbeitet. Der Neubau wird zweistöckig werden und Platz für sieben Gruppen bieten. Die Kosten werden momentan auf knapp fünf Millionen Euro geschätzt. „Die detaillierte Kostenberechnung aufgrund des Bauantrags liegt erst Mitte des Jahres vor“, sagt Petry. Er rechnet mit einer Förderung von etwa 500 000 Euro von Land, Kreis und Bund. Allerdings läuft ein Förderprogramm des Landes für den Ausbau von Kindertagesstätten aus. Beziehungsweise hat der Bund bislang den Ländern aufgrund des Gesetzes zum Ausbau von Kinderbetreuung Mittel zur Verfügung gestellt. Doch damit wird Ende des Jahres Schluss sein. Ein nachfolgendes Bundesgesetz ist noch nicht verabschiedet. Das Landesjugendamt vermutet zwar, dass es auch künftig eine Förderung geben wird, doch wie diese aussehen wird, und ob es vor dem Hintergrund der Kita-Novelle zu einer Verlagerung der Förderschwerpunkte kommt, bleibt Spekulation.

So oder so kommt da einiges an Kosten auf die sieben Ortsgemeinden zu, die im Kita-Einzugsgebiet liegen (siehe Info). Der Anteil der Kosten richtet sich nach der Einwohnerzahl der Dörfer. Für Irrel, die größte Gemeinde, werden das an die zwei Millionen Euro sein. Für Heinz Haas, Bürgermeister von Irrel, ist es „eine Unverfrorenheit“, dass die Ortsgemeinden 90 Prozent der Kosten übernehmen müssen. Doch ihm liegt die Zukunft der Kinder am Herzen: „Ich kämpfe dafür, dass wir eine ordentliche Kita bekommen. Die Bildung beginnt mit dem ersten Lebensjahr, und dazu muss man auch stehen. Es ist unverschämt, dass das Land uns so abspeist. Ich glaube, die Bürger sehen das genauso.“  Schon jetzt hat die Ortsgemeinde 3,5 Millionen Euro Schulden.

Das alte Kita-Gebäude soll später verkauft werden, sagt Petry. Ebenso das Verwaltungsgebäude nebenan. „Die Flächen sind interessant“, sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Südeifel.

Auf diesem Gelände vor der Grund- und Realschule plus in Irrel soll die neue Kindertagesstätte entstehen. Foto: Stefanie Glandien. Foto: TV/Stefanie Glandien

Bis zu den Sommerferien muss der Architekt den Entwurf fertig haben. Mitte Oktober soll der Förderantrag stehen. Petry rechnet mit einem Baubeginn Anfang 2020.

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