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Manche halten das Verfahren für „Pfuscherei“
Günstige Lösung für kaputte Straße in Speicher

 Die Altstraße in Speicher gleicht einem Flickenteppich. Und sie wird auch vorerst einer bleiben.
Die Altstraße in Speicher gleicht einem Flickenteppich. Und sie wird auch vorerst einer bleiben. FOTO: TV / Christian Altmayer
Speicher. Die Altstraße in Speicher ist marode. Ein Vollausbau wäre aber unerschwinglich für die Gemeinde. Der Stadtrat hat sich daher entschieden, die Straße im Patch-Verfahren zu flicken. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Täglich rumpeln Lastwagen über die Altstraße. Die Sattelschlepper transportieren Baumaterial zur neuen elfgruppigen Kita in Speicher, die wohl bald fertig wird.

Die letzten Lieferungen von Elektrogeräten, Fensterrollos, Hygieneartikeln und anderem Kleinkram hat der Stadtrat jüngst in Auftrag gegeben. Bald sollen die ersten Kinder von der alten Einrichtung im Merscheider Weg in die Schulstraße umziehen.

Mit dem Schwerlastverkehr ist es dann wohl vorbei. Der Altstraße allerdings nützt das dann nichts mehr.

Über Monate sind breite Reifen über den Asphalt gedonnert, haben Klüfte und Schlaglöcher hineingerissen. Und auch davor war die Straße nicht im besten Zustand – davon zeugt der Flickenteppich auf der Fahrbahn. „Eigentlich müsste ein richtiger Ausbau her“, sagt Stadtbürgermeister Erhard Hirschberg. Nur leider fehlt der Gemeinde dafür das Geld. Und Zuschüsse aus dem Investitionsstock des Landes seien auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Die Stadt muss die Altstraße aber verkehrssicher halten. Auch, weil die in Kürze wohl von zahlreichen Eltern genutzt werden wird, die ihre Kinder in die neue Kita bringen wollen. Aber ohne Fördertopf ist die Kommune gezwungen, zu improvisieren.

Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat daher vor, die Verbindungsstrecke zum Schulzentrum mittels des sogenannten „Patch-Verfahrens“ zu sanieren. Dabei wird eine Fahrbahn zuerst mittels Druckluft von Schmutz und Staub befreit, dann werden lose Teile des Belags entfernt und anschließend die gesamte Strecke mit einer Art Kunststoff besprüht.

Ein Vorteil der Vorgehensweise: Sie ist billiger als ein Ausbau mit Abfräsen und Deckschichterneuerung. Für rund 30 000 Euro ist der Spaß zu haben und die neue schwarze Fahrbahn soll rund fünf bis zehn Jahre halten.

Wie das Ergebnis aussehen kann, ist in Bitburg zu bestaunen. Hier hat der städtische Bauhof das Verfahren angewandt, um die „Diekircher Straße“ und die „Berliner Straße“ mit einer drei Zentimeter dicken, schwarzen Schicht zu überziehen.

In der Bierstadt stießen die Arbeiten aber nicht nur auf Gegenliebe. Auch im Stadtrat hagelte es Kritik an der Patcherei und der Ausführung, die manch einer als „Pfuscherei“ bezeichnete.

In Speicherer Stadtrat blieb der Protest zunächst  aus. Das Gremium entschloss sich ohne größere Diskussionen dafür, den Sanierungsauftrag an eine Spezialfirma aus Hanau zu vergeben. Die soll die Arbeit bald aufnehmen.