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Guido Kirsch ist der neue Geschäftsführer der Lebenshilfe in Prüm

Ehrenamt : Gemeinsam in eine Richtung

Karl-Heinz Thommes hat das Amt des Geschäftsführers der Lebenshilfe Prüm an Guido Kirsch abgegeben. Ganz wird er sich so schnell aber nicht zurückziehen.

Vom Amt des Behindertenbeauftragten des Eifelkreises Bitburg-Prüm hat er sich Ende vorigen Monats verabschiedet, nun wurde bekannt, dass Karl-Heinz Thommes auch bei der von ihm mitbegründeten Lebenshilfe-Kreisvereinigung Prüm kürzer treten wird. „Keine Sorge, ich werde nicht ganz gehen, aber als Geschäftsführer bin ich nun nicht mehr der richtige Ansprechpartner“, sagt Thommes. Ihm folgte nämlich jüngst ein in der Abteistadt guter alter Bekannter ins Amt – Guido Kirsch, bis 2018 Leiter der Astrid-Lindgren-Schule.

Vor mehr als zwei Jahren habe man erstmals darüber gesprochen, ob Kirsch nicht den Posten des Geschäftsführers übernehmen wolle. „Ich wollte, sagte aber gleich, dass ich nach der Schule erst mal eine kleine Pause brauche. Die brauchte ich dann aber kürzer als erwartet, und vor sechs Monaten begann ich mich langsam einzuarbeiten“, sagt Guido Kirsch.

Auf einer persönlichen Ebene mussten sich die beiden Herren nicht erst finden. „Wir kennen uns wirklich schon sehr lange, auch durch die Zusammenarbeit der Astrid-Lindgren-Schule mit der Lebenshilfe“, sagt Thommes. „Es ist wirklich sehr schön, langsam gehen zu können und zu wissen, dass die Arbeit in gute, vertraute Hände übergeben wird.“

Und der neue Geschäftsführer ist ebenso dankbar: „Wir verstanden uns immer gut und haben eine gemeinsame Marschrichtung. Schon in meinen Zeiten als Schulleiter mussten wir nie lange über ein Thema diskutieren und reden“, sagt Kirsch. Dass Thommes die Lebenshilfe nicht schlagartig verlasse, sei ebenso klar gewesen wie notwendig. „Er bekam in den vergangenen Monaten sehr viele Lorbeeren für seine Arbeit – mit Berechtigung. Karl-Heinz ist ohne Übertreibung einfach eine der wichtigsten Personen bei der Lebenshilfe Prüm“, sagt Kirsch.

Kontinuität sei dank des sanften Wechsels gewahrt und auch garantiert, aber eben auch, weil man dieselben Einstellungen und Meinungen habe, sagt Kirsch. „Der behinderte Mensch, der manches intellektuell nicht verarbeiten kann wie andere oder eben nicht so schnell, braucht vor allem eins: Sicherheit und Vertrauen – da sind wir uns einig und ganz auf einer Wellenlänge.“

Der größte Unterschied zwischen den beiden? Thommes und Kirsch lachen. „Das ist mit Sicherheit die Art und der Charakter“, sagt Kirsch. In den vergangenen Monaten seien ja viele Reden über Thommes gehalten worden. „Beim Jubiläum der Lebenshilfe, im Kreistag beim Abschied als Behindertenbeauftragter und ähnlichen Gelegenheiten fiel immer wieder der Satz: ‚Und dann erhob Karl-Heinz seine Stimme’.“ Das sei immer der Fall gewesen, wenn er gemerkt habe, dass was schief laufe. „Dann nahm und nimmt er kein Blatt vor den Mund und zählt die Probleme einfach auf, ohne zu kuschen – egal ob er vor einem Minister oder Staatssekretär oder Mitarbeitern steht.“

„Ja, da bin ich wohl tatsächlich etwas anders. Guido geht besonne­ner und diplomatischer vor“, sagt Thommes. Das liege sicher auch ein bisschen an der anderen Zeit, in der er angefangen habe. Vor 50 Jahren sei die Welt eine andere gewesen. „Das Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen war einfach nicht so vorhanden“, sagt Kirsch. Da habe es eben Situationen gegeben, in denen man nicht locker lassen durfte. „Ich erinnere mich zum Beispiel gut daran, dass ich drei Stunden mit einer Mutter Kartoffeln aufhob, während ich ihr erklärte, dass ihr Kind wirklich eine Behinderung hat“, erzählt Thommes. Heute sei das glücklicherweise etwas anders. „Was aber nicht heißt, dass es weniger zu tun gibt“, sagt Kirsch.

So dürfe man auch nicht, nur weil man glaube, alles laufe rund, die Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit unterschätzen, sagt Thommes. „Deswegen werden wir uns als Lebenshilfe auch wieder bei der kommenden Grenzlandschau vorstellen“, sagt Kirsch. Übrigens gemeinsam, sagt Thommes: „Ich sage es ja, so schnell höre ich nicht auf, hier mitzumachen.“