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Gut gesteuert: Prüm eröffnet das erste Autokino

Coronavirus : Film ab: der Prümer Autokino-Coup

In Rekordzeit und zusammen mit der belgischen Betreiberfamilie Stoffels haben die Prümer es hinbekommen: Das erste Autokino in der Region. Start, wenn alles klappt: am Samstag.

Er freut sich diebisch, der Prümer Stadtbürgermeister, man hört es deutlich durch die Leitung: „Wir eröffnen am Samstag auf dem Ausstellungsgelände das erste Autokino in der Region“, sagt Johannes Reuschen am Donnerstagabend.

Die einzigen sind sie nicht mit dem Vorhaben: wie berichtet, plant man von Daun über Bitburg bis Trier solche Freiluftfilmtheater.

Aber die erste Vorführung soll man eben in Prüm zu sehen bekommen. Und sie schafften es in Rekordzeit: Erst vor etwa eineinhalb Wochen begann man die Pläne für das Autokino zu schmieden. Und ließ die Telefone glühen, denn damit das auch hinhauen konnte, mussten viele Helfer eingespannt werden.

Ebenfalls mit am Rohr: Manfred Schuler von der Verbandsgemeinde. „Superidee“, sagt er, die habe er gern vermittelnd unterstützt, „für Prüm und das Prümer Land“. Da seien alle mal wieder schnell und aktuell gewesen. Jetzt freue er sich auf die erste Vorstellung.

Die „Superidee“ kam unterdessen von Daniele Haas, der Vorsitzenden des Gewerbevereins. Flott für das Vorhaben gewonnen war die belgische Familie Stoffels, die in Büllingen das Scala-Kino betreibt – und das Filmhaus in der Prümer Tiergartenstraße, was sie vor drei Jahren von den Vorbesitzern Daniela und Theo Riewer übernahm.

„Unwahrscheinlich toll“, sagt Daniele Haas, sei das alles gelaufen. Nicht nur, weil Familie Stoffels sofort mitgezogen habe. „Die sind wirklich tiptop. Und das Engagement der Stadt muss man aus-
drücklich loben, das war klasse. Denn nicht die Idee ist kreativ. Sondern die Ausführung. Wenn Johannes die Umsetzung nicht tatkräftig in die Hand genommen hätte, wäre das in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen.“

Als wir einige der Beteiligten am Donnerstagabend zum Foto treffen, ist allerdings noch so einiges zu regeln. Technische Dinge vor allem: Die Eintrittskarten muss zum Beispiel jeder Besucher über das Internet und die Seite des Prümer Eifelkinos ordern (eifel-kino.de) – anders ist das in diesen pandemischen Zeiten nicht zu machen.

Am Freitagnachmittag gibt Rainer Stoffels durch: Noch sei er mit seinem Webmaster dabei, die online-Bestellungen technisch vorzubereiten. „Der wird die ganze Nacht durcharbeiten.“ Ein Restrisiko bleibt also, daher: Auf die Kino-Website gehen, dort steht, was Sache ist. Aber davon abgesehen: „Es lief wirklich wie ein Zahnrädchen“, sagt Johannes Reuschen ebenfalls am Freitag: „Heute morgen bekam ich um 8 Uhr ein Foto von Dachdeckermeister Jürgen Dietzen mit dem Gerüst für die Leinwand, die dann um 17.30 Uhr von der Freiwilligen Feuerwehr Prüm aufgebaut wird. Die kommen sogar mit der Drehleiter.“

Am Ende sollte, falls nicht dann doch über Nacht noch irgendetwas Unvorhergesehenes dazwischenkam, alles funktionieren und die erste Vorstellung laufen können.

Und was soll nun als Premiere im ersten Prümer Autokino aller Zeiten laufen? Und wann? „Geplant ist, dass wir ,Das perfekte Geheimnis’ aufführen“, sagt Stoffels – der Film entwickle sich derzeit zum absoluten Publikumsmagneten in den bundesweiten Autokinos.

Einlass ist dann um 20.30 Uhr, Filmstart um 21.30 Uhr. Am Sonntag zeigt das Prümer Autokino dann um 21.15 den „Joker“, Einlass ist um 20.15 Uhr. „Und dann spielen wir immer von mittwochs bis sonntags jeden Abend“, sagt Rainer Stoffels.

Das Ziel sei, „den Kunden einen breit gefächterten Mix an Filmen während der ganzen Periode anbieten zu können.“ Das heiße: auch Klassiker und weitere Filme jenseits der gängigen Kassenschlager. Damit man allen Generationen und Filmliebhabern ein ausgewogenes Programm servieren könne.

„Wir sind natürlich superfroh, dass wir so eine tolle Zusammenarbeit haben mit dem Gewerbeverein Prüm und der Stadt“, sagt Rainer Stoffels. „Jeder legt Hand an, nur dann ist so etwas möglich.“

Kurz: ein schöner Stimmungsaufheller in dieser Zeit, an dem viele mitgeholfen haben. Und egal, mit wem er es in diesen Tagen zu tun habe, sagt Reuschen: „Die freuen sich alle.“