Gut oder geschmacklos?

Am Mittwoch haben wir die Leser gefragt, was sie von den Urnen-Stelen auf dem Prümer Friedhof halten und ob die neue Beerdigungs-Variante eine sinnvolle Idee ist. Dazu erreichten uns folgende Meinungen:

Geht es noch geschmackloser? Als ich heute den Artikel über die "Urnen-Stelen" in der Zeitung sah, hat mich beim Anblick dieser "Brückenpfeiler" ein kaltes Grausen gepackt. Nicht genug, dass viele Menschen in Betonklötzen leben müssen, sondern jetzt werden sie auch noch in solchen beigesetzt. Mich bestärkt dieser Anblick, mein Leben noch möglichst lange fortzusetzen, damit ich nicht auch bald in einer solchen "Mietwohnung" lande. Es ist doch den Angehörigen so nicht möglich, dem Verstorbenen einen Ruheort zu gestalten, an welchem sich Tod und Leben auch durch eine schöne Bepflanzung vereinigen. Für mich ist dies keine würdige "Letzte Ruhestätte".Heiner Beimforde, Prüm

Die Anzahl drei liefert eine altbekannte und vieldeutige Mitte, Hauptaltar mit zwei Nebenaltären. Der darin gewichtigere und ranghöhere mittlere Platz ist hier im Bild dann auch folgerichtig noch eine Etage höher. Wer will schon auf den Nebenaltar? Also wichtige Leute in die Mitte, aber wer kommt dort ganz oben hin, ein Bürgermeister oder ein Pastor oder wer? Ich dachte doch, im Tod wären wir endlich alle von gleichem Rang. Um Besucher beim frommen Gedenken nicht auf Abwege zu leiten und nicht zu entsprechenden Bemerkungen zu provozieren, würde ich mich weder auf einem Nebenaltar noch auf dem Hochaltar wohlfühlen. Man bedenke auch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer ganz spät kommt, kommt noch tiefer daneben in die Erde.

Theo Dhur

Ich persönlich finde die Stelen in Prüm sehr gut, wünschte mir so etwas oder Ähnliches auch in Bitburg.

Helene Dörr, Bitburg