Gute Beine - gute Euter

BITBURG. Die Färsen- und Fleischrinderschau in Bitburg fand am Wochenende großes Interesse: "Madonna" heißt die Kuh, die als beste Färse gekürt wurde. "Heute gewinnt das Tier mit den meisten Vorzügen", urteilte Preisrichter Henrik Wille aus dem Cloppenburger Land.

Die von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, der Rinder-Union West (RUW) und dem Fleischrinder Herdbuch Bonn organisierte Tierschau zog ein internationales Fachpublikum und Verbraucher gleichermaßen an. Die Färsenschau in der Auktionshalle Bitburg stand im Mittelpunkt des landwirtschaftlichen Geschehens beim 25. Beda-Markt. Sie gilt als die größte landwirtschaftliche Fachmesse in Rheinland-Pfalz und im Saarland. "Die Züchter unserer Region sind mit ihren schwarz- und rotbunten Erstkalbskühen angereist, um das hohe Niveau der Rinderzucht hierzulande zu präsentieren. Wir begrüßen auch unsere Freunde aus Luxemburg, die sich ebenfalls mit ihren Tieren an der Schau beteiligen", sagte Hans Schneider, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RUW. Die Plätze im Karree der Bitburger Auktionshalle waren voll besetzt, als die Tiere der einzelnen Klassen vorgeführt wurden. Preisrichter und Ring-Assistent hatten viel zu tun, aber auch ihre helle Freude an dem, was sie da alles zu sehen bekamen. Die Tiere sollen alt werden

Preisrichter Henrik Wille: "An der Spitze ganz klare Sieger, die auch national und sogar international bestehen könnten. Die Züchter haben sich viel Arbeit gemacht und ganz tolle Färsen hier an den Start gebracht", sagte der erst 23 Jahre junge Richter, der sich durch fachlich kompetente Beurteilungen in einer selbstsicheren Art inzwischen einen Namen gemacht hat. Dem Fachpublikum bekannt, sprach er von guten züchterischen Fundamenten. "Es kommt auf gute Beine und gute Euter an. Die Tiere sollen alt werden im Stall, damit sie viel Milch produzieren können, möglichst wenige Tierarztkosten verursachen und gut zu pflegen sind", erklärte der Preisrichter. Sieger bei den schwarzbunten Tieren wurde "Madonna", die letztlich auch zur "Miss Bitburg 2004" gekürt wurde. "Wir züchten seit vielen Jahren und versuchen unser Bestes. Dass wir dabei versuchen, die ganze Herde zu verbessern, versteht sich von selbst. Umso mehr freut es uns heute, dass mit Madonna ein Spitzentier aus unserem Bestand als Grand Champion auserkoren wurde", sagte Matthias Zens vom Eichenhof in Musweiler. Er ist der stolze Besitzer des Sieger-Tieres. Als beste rotbunte Färse wurde "Ariane" festgestellt. Das Tier kommt aus der Zucht von Lorenz und Karsten Krause aus Hohenleimbach. Als beste Färse aus dem Kreis Bitburg-Prüm wurde "Ontario" auserwählt. Sie stammt aus dem Betrieb von Kurt Kisgen aus Niederweis. Als Tier mit der besten Einsatzleistung wurde "Helmine" aus dem Stall von Peter Meutes gekürt. Gerd Grebener, Leiter der RUW in Fließem: "Wir sind froh, dass wir eine so hohe Qualität an Tieren hierher bringen konnten. Das liegt sicher auch daran, dass die RUW als Besamungs- und Zuchtorganisation großen Wert auf optimale Bullenanpaarung legt - eine züchterische Leistung, auf die wir auch stolz sind", unterstrich Grebener. Er verband dies mit einem Appell an alle Landwirte: "Nehmen sie sich die Zeit, diese Schauen anzusehen. Sehen sie, was möglich ist und machen sie ganz gezielt ihre Anpaarungen. Nutzen sie die Bullen in der Besamung, nur damit kommen sie weiter", lautete die Empfehlung. Im Hinblick auf die EU-Agrarreform sagte er: "Wir müssen sehen, dass wir an der Spitze bleiben."