Guter Geist im Glas

TRIER. (cofi) Obst gehört in jeden vernünftigen Haushalt. Auch in einer gut sortierten Hausbar dürfen Früchte nicht fehlen. Vor allem nicht, wenn es eines der hochgeistigen Erzeugnisse ist, die die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz bei der Edelbrandprämierung 2006 in den Thermen am Viehmarkt in Trier auszeichnete.

"Das Ergebnis war auch für mich überraschend. Das übertrifft alles Bisherige", sagte Michael Hilgert von der Honigberg-Brennerei. Der Brennmeister aus Maring-Noviand hat bei der neunten Edelbrandprämierung der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer die meisten und die höchsten zu vergebenden Auszeichnungen in der Region Trier/Koblenz erhalten. Landesweit stellten sich 149 Betriebe mit 811 Erzeugnissen dem Urteil der Jury, in der 30 Preisrichter über die Proben entschieden. Aus der Region Trier/Koblenz beteiligten sich 67 Betriebe mit 395 Anstellungen. Trotz der Quantität der eingereichten Edelbrände zeichnen sie sich durch hohe Qualität aus, denn rund 80 Prozent der Proben wurden mit Kammerpreismünzen und Sonderpreisen ausgezeichnet. Erstmals wurden in vier verschiedenen Kategorien Siegerbrände aus ausgesuchten, goldprämierten Proben ermittelt. In Hilgerts Pflaumenbrand in der Kategorie Steinobst verbindet sich die Frucht mit leichten Bittermandelanteilen. Ein Quittenbrand der Obstbrennerei Hahn siegte als Erzeugnis mit Holzfasslagerung, in der Sparte Kernobst überzeugte der Apfelbrand Pinova (Brennerei Manfred Hauer, Oberweis) und als Erzeugnis aus Trauben und deren Nebenprodukten der Weinhefebrand der Brennerei Edgar Fochs aus Nittel. Qualitäts- und genussorientierte Verbraucher erhielten bei der Prämierung Orientierungshilfen, die Brenner durch die Werbung Unterstützung für die Vermarktung und die Gastronomie, die mit regionaltypischen Produkten arbeitet, wertvolle Hinweise, sagte Ernst-Josef Kees, stellvertretender Vorsitzender des Brändeausschusses. Seit Diplom-Ingenieur Hilgert im Jahr 1994 die Honigberg-Brennerei kaufte, gehören seine Erzeugnisse zur Spitzenklasse in der Region. Einer der Staatsehrenpreise, mittlerweile der dritte, ging an den studierten Maschinenbau- und Verfahrenstechniker. Einen weiteren Staatsehrenpreis 2006 in der Region durfte Andreas Hahn von der Obstbrennerei Hahn aus Niederweiler entgegen nehmen. Insgesamt 19 goldene, zwölf silberne und acht bronzene Kammerpreismünzen verhalfen Hilgert überdies in die Liste der Betriebe mit der besten Leistung aus der Region Koblenz/Trier. In seiner Rede ging Peter Fuchß, Leiter der Abteilung Weinbau und Landwirtschaft im Wirtschafts-Ministerium, auf ökonomische und ökologische Aspekte der Brennereiwirtschaft und die Unterstützung von politischer Seite ein. "Die Landesregierung hat sich von Anfang an eingesetzt, dass das nationale Beihilfesystem im Rahmen des Branntweinmonopols fortgeführt werden kann. So konnte nach zähem Ringen erreicht werden, dass die Sonderregelung für das Branntweinmonopol wenigstens bis Ende 2010 gilt."