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Guter Tropfen in Prümer Eiche

Guter Tropfen in Prümer Eiche

PRÜM. Auf dem Holzmarkt hat die Eiche die Buche inzwischen abgeschüttelt. Für fassholztaugliche Stämme werden inzwischen 300 bis 450 Euro gezahlt. Gut möglich, dass schon bald die ersten Tropfen edlen Rotweins in Prümer Fässern reifen.

"Sie müssten erzählen können", wünscht Peter Wind, Chef des Forstamts Prüm. Dabei denkt er an die 182 Eichenstämme aus seinem Revier, die in den vergangenen Tagen auf dem Wertholzplatz in Esch (Kreis Bernkastel-Wittlich) angeliefert wurden. Bis zu 250 Jahre alt sind einzelne Stämme. "Die haben also schon Einiges erlebt, bevor sie ihren Eigentümern jetzt hoffentlich ein schönes Sümmchen bringen" , sagt Wind. Gesplittert, nicht gesägt

Die stolzen Stämme stammen aus dem gesamten Forstamtsbezirk Prüm. Und auch im Privatwald hat man die Gunst der Stunde genutzt. Informiert über den Waldbauverein Prüm und unterstützt durch die örtlichen Privatwaldförster haben gleich mehrere Besitzer ihr Holz nach Esch transportieren lassen. "Dies ist eine Investition, die sich bei entsprechender Holzqualität immer lohnt", weiß Peter Wind. Als Geschäftsführer des Prümer Waldbauvereins schlägt sein Herz natürlich besonders für den Privatwald. Wind: "Jeder aus dem Privatwald erlöste Euro kommt der Region zugute. Holzmobilisierung aus Privatwald ist regionale Wirtschaftsförderung." Vor einigen Jahren war noch die Buche gefragt. Zu stolzen Preisen wurden viele Festmeter Stammholz nach China exportiert. Nun aber liegt die Eiche im Trend. Die Preise sind allerdings ausgesprochen qualitätsabhängig. Auf dem zentralen Platz in Esch wird zur Zeit das Holz von mehreren Forstämtern aus der Region gesammelt und für potenzielle Käufer bereitgestellt. Insbesondere die Fassholzkunden aus Frankreich sollen so ein attraktives Angebot erhalten. Zwischen 300 und 450 Euro pro Festmeter wird für fassholztaugliche Eiche bezahlt. Entscheidend sind folgende Kriterien: Jahrringaufbau, Drehwuchs, Farbe und Astigkeit. Nach den Fassholzkunden kommen die Schreiner und Parketthersteller. Besonders interessant ist der Fassholzkunde, der sich für besplittertes Holz interessiert. Dieses Fassholz wird nämlich nicht gesägt, sondern gespalten. "Dadurch ist ein eventuell im Holz enthaltener Munitionssplitter nicht so gravierend", verrät Peter Wind. Viele ältere Bäume enthielten aufgrund der Kriegsereignisse noch Metallsplitter, die das Sägeholz erheblich im Wert minderten. Das Eichenstammholz, das nicht die hohen Qualitätsanforderungen für den Wertholzplatz in Esch erfüllt, wird derweil frei Wald durch das Forstamt Prüm verkauft. Wind: "Bei der aktuell sehr guten Nachfrage nach Eichenholz ist das kein Problem." Gerade im Privatwald stehen unterdessen noch viele Reserven. "Noch mehr Privatwaldbesitzer sollten die günstige Marktlage nutzen", regt der Forstamtschef deshalb an. Denn: Auch im nächsten Jahr wird nach Einschätzung von Peter Wind der Eichen-Boom anhalten. Es lohne sich also, seinen Privatwald im Laufe des Jahres unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht komme in der nächsten Saison eine ähnlich interessante Angebotsmenge zusammen, glaubt Peter Wind und empfiehlt, sich bei Interesse an den zuständigen Privatwaldförster zu wenden. Die ersten Stämme sind übrigens schon zu einem Preis von 515 Euro pro Festmeter an einen Furnierkäufer vermarktet worden. Und Ende Januar kommt der erste Fassholzkunde... Weitere Informationen beim Forstamt in Prüm, Telefon 06551/96100.