Hände aus dem Schoß

"Hätten und Haben sind zwei reiche Kerle", sagt der Volksmund. Auf diese beiden Kerle will man sich in Bitburg nicht verlassen. Denn Hätten und Haben gehen einher mit verpassten Chancen, Leerstand und einer Stadt, die so attraktiv wie vier Meter Feldweg ist.

Der Arbeitskreis Stadtmarketing bemüht sich redlich, die Stadt nach vorne zu bringen. Er ist dabei aber auf das Engagement derer angewiesen, die von einer attraktiven Stadt profitieren. Dies sind zum einen die Bürger, besonders aber die Geschäftsleute. Schon jetzt wird da vom Gewerbeverein und vom Unternehmerstammtisch viel geleistet. Die schweigende Masse der Kaufmannschaft kümmert sich lieber um ihr eigenes Geschäft, lässt andere Ideen umsetzen und beklagt, dass zu wenig los ist. Dies ist ein gefährlicher Weg. Noch leidet die Bitburger Innenstadt nicht unter den Problemen, wie es anderen, gar nicht weit entfernten Innenstädten ergeht. Der Blick über den Tellerrand in andere Städte lohnt sich jedoch gleich doppelt. Die eine oder andere Initiative der dortigen Kaufmannschaft hätte auch in Bitburg sicher Erfolg. Beispiele dafür liefern Trier und auch Gerolstein. Dort haben sich Wochenmärkte mit Produkten von Selbstvermarktern etabliert. Warum also nicht den Versuch wagen, einen solchen Markt auch am Spittel zu veranstalten? Warum also nicht Wurst, Kartoffeln oder Käse an einer Stelle kaufen, anstatt dafür durch die halbe Eifel zu reisen? Ein solcher Markt würde sicher mindestens so viele Käufer binden, wie es die Glühbirnchen der Weihnachtsbeleuchtung tun, über die sich so viel Gedanken gemacht werden. Und damit wären wir wieder beim alten Problem: Hätten wir doch jemanden, der das in Angriff nimmt. h.jansen@volksfreund.de