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Haftstrafe nach 13-fachem Betrug

Haftstrafe nach 13-fachem Betrug

Ein 55-jähriger, in Belgien lebender Vater von sechs Kindern, ist vom Amtsgericht Bitburg zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der Mann hatte in 13 Fällen versucht, sich mithilfe von falschen Überweisungträgern 154 000 Euro zu erschleichen.

Bitburg. "Aus einzelnen Überweisungsträgern wurden viele falsche Überweisungsträger an immer mehr Orten in der Eifel", sagte eine Zeugin der Polizei. Der Täter sei dann schnell anhand von Fingerabdrücken und Videos indentifiziert worden.
Wegen Betrugs musste sich am Montag ein 55-jähriger Mann vor dem Amtsgericht in Bitburg verantworten. Der Kongolese lebt in Belgien, ist verheirateter Vater von sechs Kindern. Zusammen mit einem Mittäter hat er ausgefüllte Überweisungsträger mit einem Spezialwerkzeug aus Briefkästen von Geldinstituten geangelt.
Anschließend habe sein Mittäter auf Blankoüberweisungsträgern die Unterschriften nachgeahmt und als Empfänger Kontoverbindungen angegeben, die zu diesem Zweck mithilfe von falschen Ausweisdokumenten eröffnet worden waren. Die Konten waren mal in Deutschland, mal in Spanien angelegt. Die gefälschten Überweisungsaufträge wurden dann wieder in die Briefkästen der Geldinstitute eingeworfen. Überwiesen hatten die Männer dabei ganz unterschiedliche Beträge.
Nur drei Zeugen wurden am Montag gehört - ein LKW-Fahrer, ein Zollbeamter und die Polizistin. Kaum hatte die Verhandlung begonnen, wurde sie auch schon wieder unterbrochen. Verteidiger Pierre Wolff bat Richter Udo May und Staatsanwältin Daniela Gregarek zu einem Gespräch hinter den Kulissen. Das dauerte eine geschlagene Dreiviertelstunde, verkürzte jedoch den Prozess erheblich. Denn der Angeklagte räumte alle Taten ein. Allerdings wurde im Sechs-Augen-Gespräch über das Strafmaß gesprochen.
Insgesamt entstand ein tatsächlicher Schaden von 18 000 Euro. In neun der 13 Betrugsfälle fiel Bankangestellten die Fälschung auf. "Ich habe eine große Dummheit begangen", sagte der Angeklagte bedauernd.
Für sein Vergehen muss der Familienvater für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. MRA