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Hahnplatz-Entscheidung im November

Prüm. Wer wissen will, wie der Prümer Hahnplatz wohl in Zukunft aussehen wird, muss sich noch ein gutes halbes Jahr gedulden. Voraussichtlich Mitte November soll das Preisgericht über die Entwürfe im Architektenwettbewerb entscheiden. So zumindest sieht es der Zeitplan vor, den Architekt Marcus Hille nun im Prümer Stadtrat vorgestellt hat. Christian Brunker

Prüm. Der Zeitplan für den Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Prümer Hahnplatzes steht - und er sieht deutlich anders aus als noch im vergangenen Sommer avisiert. Schon im vergangenen Herbst wurde klar, dass es mit einer Entscheidung über die Entwürfe in diesem Frühjahr nichts wird (der TV berichtete). Als Grund dafür wurden weitere Abstimmungen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier angegeben.
Jetzt hat Marcus Hille vom Architekturbüro Hille aus Ingelheim im Stadtrat vorgestellt, wie er sich den Weg zum neuen Hahnplatz vorstellt. Es ist vorgesehen, dass der Wettbewerb Ende April, Anfang Mai europaweit ausgeschrieben wird. Zunächst sollen sich Architekten sowie Städte- und Landschaftsplanungsbüros bewerben. Aus denen will man dann 25 Teilnehmer auswählen, die Entwürfe erstellen sollen.
Zur Motivation ist ein Preisgeld von insgesamt 35 000 Euro geplant, das sich auf vier Preise und zwei Anerkennungen - beispielsweise für besonders kreative Ideen - aufteilt. Ein solches Preisgeld sei auch notwendig, sagt Hille. "Schließlich investieren die Teilnehmer rund sechs bis acht Wochen Zeit in den Wettbewerb. Das bedeutet für die Büros Kosten von 12 000 bis 15 000 Euro." Andererseits sei die Aufgabe auf dem Platz rund um die ehemalige Abtei und Basilika mit all ihrer Geschichte aber auch sehr reizvoll, betont Hille. Deshalb glaube er, dass sich genügend Büros für den Wettbewerb interessieren. "Aber es hängt auch davon ab, ob es viele andere Wettbewerbe zu der Zeit gibt", sagt Hille.
Die Abgabefrist für die Entwürfe ist für Mitte Oktober geplant, vier Wochen später soll dann das Preisgericht die Siegerentwürfe küren. Zu den Bewertungskriterien zählen unter anderem die städtebauliche, architektonische und funktionale Qualität - also beispielsweise, wie gut der Platz auch für ältere Menschen oder Kinder zugänglich ist und wie gut er bei verschiedenen Anlässen - etwa der Kirmes - genutzt werden kann. Berücksichtigt werde allerdings auch der Aufwand und die Kosten, den der laufende Betrieb für beispielsweise Springbrunnen oder Beleuchtungen mit sich bringt. In den Wettbewerbsunterlagen werden auch die Anregungen aus Bürgerschaft und Stadtrat berücksichtigt.
Die Jury wird sich aus drei Gruppen zusammensetzen: Zum einen sollen alle Stadtratsfraktionen je einen Vertreter benennen. Zum anderen sollen Experten die fachliche Qualität der Entwürfe beurteilen. Und schließlich werden auch Vertreter der ADD und vom Landesbetrieb Mobilität eingebunden.
Doch nicht alle Stadtratsmitglieder zeigen sich überzeugt: "Die Zeitschiene treibt mich schon um", sagt Bernd Weinbrenner (SPD). "Wenn wir erst Ende des Jahres mit dem Wettbewerb fertig sind, fangen wir ja erst in drei Jahren mit Bauen an." Dem widerspricht hingegen Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Man wolle umgehend nach der Vergabe mit der Umsetzung beginnen, also auf jeden Fall noch 2014.Meinung

Das lange Warten
Gewiss, so ein entscheidender Wettbewerb will gut vorbereitet sein. Aber trotzdem ist es überraschend, dass sich das Verfahren noch bis zum Ende des Jahres hinziehen wird. Nur zur Erinnerung: Noch im vergangenen August hieß es, dass bereits Anfang 2013 - also jetzt - über die Entwürfe beraten und eine Entscheidung über das künftige Aussehen des Hahnplatzes getroffen werden könne. Diese Einschätzung war wohl deutlich zu optimistisch. Nun wird es wohl bis mindestens Ende November dauern, bis die Sieger des Wettbewerbs feststehen. Doch auch das heißt noch lange nicht, dass dann endlich gebaut werden kann. Denn zunächst muss aus den Erstplatzierten in Abstimmungsgesprächen derjenige Entwurf bestimmt werden, der dann am Ende umgesetzt wird. Wie das Beispiel der Kommunalen Netze und ihres Neubaus in Niederprüm zeigte, muss das nicht der erste Sieger sein. Denn es kann sein, dass sich beispielsweise der zweite Platz als tauglicher erweist. Außerdem braucht es Zeit, um aus den Entwürfen umsetzbare Pläne zu erstellen. Das ist keine leichte Aufgabe: Denn angesichts der großen Fläche des Hahnplatzes und der dort verlaufenden Straßen muss die Neugestaltung in verschiedene Abschnitte unterteilt werden, um die Bauphase auch für die Anwohner und Geschäftsleute erträglich zu machen. Auch dafür muss man ausreichend Zeit einplanen. Von daher ist ein Baubeginn noch 2014 durchaus ambitioniert. c.brunker@volksfreund.de