Hahnplatz-Umbau in Prüm: Die letzten Steine werden gesetzt.

Stadtentwicklung : Hahnplatz-Umbau in Prüm: Die letzten Steine werden gesetzt

Bitte keinen Frost mehr: Die Arbeiter am Prümer Hahnpatz drücken noch einmal auf die Tube. Und alle hoffen, dass jetzt bald alles fertig wird. Das Meiste wollen sie bis Ende März geschafft haben. Nur frieren darf es eben nicht mehr.

Aschermittwoch in der Eifel: Der letzte Karnevalswagen ist durch, im Rinnstein kleben noch Kamellen, die Jecken gehen wieder in Zivil. Sofern sie schon wieder gehen können.

Und auf der Prümer Hahnplatz-Baustelle sollen heute die Pflasterer wieder antanzen, um zwischen den breit angelegten Treppenstufen vor der Basilika die letzten Flächen zu füllen. Vorbereitet und eingefasst ist das Areal dort schon, bald wird sich alles fügen, Stein um Stein.

Es wird Zeit, nach drei Jahren warten in der Stadt alle darauf, dass ihr Platz fertig wird. An den Männern vom Bau soll es nicht liegen: „Die Jungen haben sich ordentlich Mühe gemacht“, sagt Rainer Schönecker, Vorarbeiter der Firma Schnorpfeil. Das stimmt, und es geht auch gar nicht anders: Denn von allen Seiten, jeden Tag, schauen ihnen die Prümer und deren Besucher zu.

Der Hahnplatz, das war drei Jahre lang bei Weitem die größte Baustelle in der Stadt. Wenn auch, trotz rund vier Millionen Euro Kosten, nicht die teuerste: Das wird die Sanierung und Brandschutzerneuerung am Regino-Gymnasium, die eine zweistellige Millionensumme kosten soll. Und noch ein dickes Projekt läuft seit gut einem Jahr: Die Basilika-Sanierung, die sich auch schon den zwei Millionen nähert.

Dennoch: Der Hahnplatz-Umbau war das beherrschende Thema der vergangenen Jahre. Und zugleich die spannendste Freilicht-Theateraufführung weit und breit: Wie auf großer Bühne agierten die Bauarbeiter, mit täglichen Kommentaren der Beobachter und Kritiker von der Seitenbande. Rainer Schönecker hofft deshalb vor allem auf eins: „Keinen Frost mehr.“ Der sei viel schlimmer als der Regen der vergangenen Tage, der vor allem am Karnevalswochenende noch einmal so richtig alle nass machte.

Aber das ist nur unangenehm. Bei Regen arbeiteten sie durch. Geht es aber mit den Temperaturen unter Null, wie in den Februarwochen mit ihren kräftigen Schneefällen, dann läuft nicht viel. Sollte aber der Restwinter die Arbeiter wirklich verschonen, dann sieht der Polier langsam den Abschluss in den Blick rücken: „Ende März“ sagt Schönecker, werde man mit den wesentlichen Arbeiten durch sein.

„Das wär für mich auch schön“, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy, die in den drei Baustellenjahren auch nicht immer nur ihren Spaß hatte. „Was ich auch schlimm fand“, ergänzt sie: „Dass das eine oder andere Geschäft zugemacht hat. Damit hab ich nicht gerechnet.“ Stattdessen habe sie anfangs gehofft, „das geht in anderthalb Jahren durch“.

Es ging dann doppelt so lange. Die üblichen Verzögerungen: Mehrarbeit bei Kanalanschlüssen, der Besuch der Archäologen, die am Platz allerhand ausgruben, bis zu den mittelalterlichen Fundamenten einer früheren Kirche. Und vieles mehr, was die Sache in die Länge zog.

Gewartet haben auch die Geschäftsleute in der Stadt. Die kommissarische Vorsitzende des Gewerbevereins, Daniele Haas, betreibt direkt am Hahplatz das Hotel „Zum Goldenen Stern“ und das Café „Opulenzia“. Und sie bescheinigt den Arbeitern, gerade in den Anfangswochen des Jahres, bei damals gutem Wetter, „unheimlich Gas gegeben“ zu haben: „Man hat gesehen, dass die auch fertig werden möchten.“ Für die Frostphase und das aktuelle Wetter „kann ja keiner was. Aber wir sind alle zuversichtlich, dass der Platz spätestens im Mai fertig ist.“

Obwohl auch Daniele Haas es mit ihren beiden Betrieben nicht gerade leicht hatte in den drei Jahren, hat man von ihr nie ein böses Wort gehört in dieser Zeit. Warum nicht? „Fakt ist“, sagt sie, „dass es da nichts zu maulen gibt.“ Die Prümer seien ja auch nicht die ersten, die im Rahmen der Stadtenwicklung ein so großes Vorhaben zu verwirklichen hätten. „Hier zählt das Ergebnis“, sagt Daniele Haas. „Und wir werden einen fantastischen Platz bekommen, wenn alles fertig ist.“

Da wären noch wacker ein paar Steine zu verlegen: Die Terrassenlandschaft vor der Prümer Basilika. Foto: Fritz-Peter Linden

„Für die Leute in der Stadt ist das wirklich hart gewesen“, sagt Mathilde Weinandy. „Aber jetzt hoffe ich, dass sich das wieder normalisiert. Und ich sehe, dass sich viele darauf freuen.“ Und danach? Geht’s weiter, sagt die Stadtbürgermeisterin. Noch ein Kreisverkehr in der Bahnhofstraße, die Erneuerung der Oberbergstraße mitten in der Stadt. „Es gibt wirklich keinen Stillstand.“

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