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Hahnplatzbaustelle in Prüm muss erneut für eine Woche ruhen

Stadtentwicklung : Nochmal kurz zurück in die Pause

Betriebsam ging es noch vorige Woche auf dem Hahnplatz zu. Nach der langen Winterpause brummte die Arbeit. Jetzt brachte der erneute Frost die Baustelle aber wieder zum Erliegen.

Der Frost behält Prüm fest im Griff. Während vorige Woche die Arbeiten auf dem Hahnplatz wieder langsam Fahrt aufgenommen haben, musste die Baustelle nun noch einmal in den Winterschlaf versetzt werden. „Erneut müssen die Arbeiten ruhen. Das Wetter ist nicht gerade auf unserer Seite“, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Eigentlich habe sie gehofft, dass man nun richtig durchstarten könne, der tiefgefrorene Boden mache ihr, den Arbeitern der Firma Schnorpfeil und den Archäologen des Trierer Landesmuseums allerdings einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung.

Daniele Haas, Gastwirtin und Hotelbetreiberin, bleibt gelassen: „Ich finde, dass man nun endlich wieder gut sieht, wie die Sache vorankommt. Gut, das Wetter spielt jetzt für eine Woche nicht mit, aber dafür kann man wirklich niemandem die Schuld geben.“ Sie bleibe zuversichtlich: „Wir werden im Spätsommer fertig. Da bin ich mir sicher.“

Gerade die Wiederaufnahme der Arbeiten nach der Winterpause habe neuen Schwung mitgebracht. Architekt Maik Böhmer – er ist in dieser Woche im wohlverdienten Urlaub – habe ihr bei seinem jüngsten Besuch Hoffnung gemacht. „Eigentlich war geplant, dass bis zum kommenden verkaufsoffenen Sonntag die ersten Bäume gesetzt sind. Man braucht nur raus schauen und weiß, warum das dann doch nicht geklappt hat.“ Die Pflanzen seien aber bestellt. Nun müsse nur noch der Frost wegtauen und schon könne gepflanzt werden.

Dass alle darauf warten, endlich durchzustarten, erkenne man allein schon an den nun wieder angelaufenen Steinlieferungen, sagt Mathilde Weinandy. „Neue Quader und Steine stehen bereit, nun muss nur noch der Winter verschwinden, Rainer Schönecker mit seinen Leuten kommen und es kann weitergehen.“

Und eine Marschrichtung stehe ja bereits fest: „Sobald die Arbeit wieder aufgenommen wird, geht es dann am oberen Hahnplatz hoffentlich schnell voran. Eine große Herausforderung steht uns aber noch an der Ritzstraße bevor.“ Dort müsse noch der Kanal in Schuss gebracht werden. „Dafür wird nochmal richtig tief gegraben. Am Klosterhof nebenan ist man aber schon weiter. Die Unterarbeiten sind dort gemacht, es kann hoffentlich bald mit dem Auffüllen und dann auch mit dem Pflastern begonnen werden – alles läuft also so weit nach Plan.

„An einer Ecke werden wir aber wohl nochmal ran müssen. In der Verlängerung der Spitalstraße müssen wir nochmal den Standort der Laternen prüfen. Es sieht so aus, als sei durch vorangegangene Planänderungen der Zufahrtsbereich für Rettungswagen etwas eng geworden“, sagt Mathilde Weinandy. Man prüfe die Situation und werde gegebenenfalls nachkorrigieren müssen.

Und wie sieht es vor der Basilika bei den Untersuchungen der Archäologen aus? „Auch wir können wegen des Frosts gerade nicht weitermachen. Sobald die Witterung es zulässt, werden wir wohl in drei bis vier Wochen fertig sein“, sagt Grabungsleiter Lars Blöck. Der teils strenge Winter habe dazu geführt, dass man in den vergangenen drei Monaten kaum etwas habe machen können. Momentan sei man weiter mit der Dokumentation der Funde befasst und warte auf zwei größere Tiefbauarbeiten. „Wenn wir sie begleitet haben, sind wir im Grunde fertig“, sagt Blöck.

 Hier könnte es für Rettungskräfte   etwas eng werden.
Hier könnte es für Rettungskräfte etwas eng werden. Foto: Frank Auffenberg

Es steigt übrigens die Chance, dass die Prümer Funde in zwei Jahren einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. „In Mainz wird aktuell eine große Ausstellung zum Thema Mittelalter vorbereitet. Dort könnten unsere Ergebnisse gut präsentiert werden“, sagt Blöck. Noch sei nichts in trockenen Tüchern – dafür sei es einfach zu früh – aber vorgefühlt habe man bereits bei den Planern, und nach all der Arbeit sei das doch der perfekte Rahmen, um Prüms geschichtliche Bedeutung mal hervorzuheben.