Schulwesen: Halle und Mensa bleiben vorerst noch zu

Schulwesen : Halle und Mensa bleiben vorerst noch zu

Weil sowohl in der neuen Turnhalle als auch im Mensagebäude des Bitburger St.-Willibrord-Gymnasiums falsche Leitungen verlegt wurden, verzögert sich die Fertigstellung weiter. Wie lange, ist derzeit noch offen.

Der Terminkalender auf der Internetseite des Bitburger St.-Willibrord-Gymnasiums ist gut gefüllt. Eine Veranstaltung aber ist dort zwischenzeitlich wieder verschwunden. Und zwar die Veranstaltung, die eigentlich für den 30. Januar 2019 geplant war. An jenem Tag nämlich sollten im Rahmen einer Feier die neue Turnhalle sowie das ebenfalls neu errichtete Mensagebäude offiziell in Betrieb genommen werden. Doch daraus wird nichts.

Die Turnhalle, deren Eröffnung ohnehin schon mehrfach verschoben wurde, ist noch nicht fertig. Genau genommen ist das Gebäude von seiner Fertigstellung sogar noch etwas weiter entfernt als vor ein paar Wochen. Gleiches gilt auch für die Mensa. Der Grund: In beiden Gebäuden liegen Leitungen, die nicht die Anforderungen an den Brandschutz erfüllen.

So wurden in der Turnhalle zum Teil nicht geeignete Stromleitungen verlegt und im Mensagebäude falsche Wasserleitungen. Was zur Folge hat, dass die im November erst eröffnete Mensa derzeit nur mit einer vorläufigen Betriebserlaubnis im Einsatz ist und die ebenfalls im Gebäude vorhandene Bibliothek sowie die Kunsträume unter diesen Voraussetzungen gar nicht genutzt werden können.

Was genau bei der Planung beziehungsweise Ausführung schiefgelaufen ist, dazu gibt es seitens des verantwortlichen Architekturbüros aus Koblenz auf TV-Anfrage keine Auskunft, da die für das Projekt zuständige Architektin in Urlaub ist. Und auch eine dazu gestellte Anfrage an die Kreisverwaltung konnte bis gestern nicht beantwortet werden. Wie lange es also dauern wird, die Mängel zu beheben, welche Mehrkosten dadurch entstehen und wer sie letztlich übernehmen muss, ist offen. Fest steht, dass die für Anfang 2019 geplante Einweihung bis auf weiteres verschoben wird.

Es habe wenig Sinn, an diesem Termin festzuhalten, wenn bis dahin die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen seien, meint Schulleiter Andreas Merzhäuser. Er sei aber zuversichtlich, dass die Mängel schnellstmöglich behoben werden. „Bei einem derart komplexen Bauprojekt kann es immer zu Verzögerungen kommen“, so der Schulrektor. Und da die Schule bereits seit fünf Jahren ohne Turnhalle sei, komme es jetzt auf ein paar Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Dass das Gymnasium seit so langer Zeit ohne Turnhalle ist und die Schüler deshalb unter anderem auch auf das Gelände der Bitburger Sportschule auf dem Flugplatzgelände ausweichen müssen, liegt allerdings weniger an der Baumaßnahme selbst, sondern vor allem daran, dass die alte Turnhalle im September 2013 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. Wäre das nicht passiert, hätte erst die neue Halle gebaut und danach dann die alte Halle abgerissen werden können. Das allerdings hätte das gesamte Bauprojekt in die Länge gezogen.

Denn dort wo die alte Halle stand, steht jetzt die Mensa. Hätte der Kreis als Schulträger also mit dem Abriss der alten Sportstätte gewartet bis die neue Halle in Betrieb genommen werden kann, dann würde es jetzt vielleicht noch weitere zwei Jahre dauern, bis die Mensa steht. So gesehen ist es für die Schule aus heutiger Sicht von Vorteil, dass sich diese Überlegungen durch die Einsturzgefahr der Halle erübrigt haben. Die Bauphase ist dadurch deutlich kürzer, wenn auch länger als geplant.

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