Hanf im Gäste-WC

BITBURG. (ts) In der Wohnung eines 22-jährigen Bitburgers stellte die Polizei vorgestern zwei Dutzend Cannabis-Pflanzen sicher. Der junge Mann hatte das Gäste-WC zum automatisierten Gewächshaus für Hanfpflanzen umfunktioniert. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren.

Bei einer Durchsuchung am Donnerstag fanden Beamte der Kriminalinspektion Wittlich in der Wohnung eines 22-jährigen Mannes in Bitburg eine "Cannabis-Indoor-Anlage". Der Mann hatte im eigens umgebauten Gäste-WC alle sanitären Einrichtungen entfernt und die Wasserversorgung für die Aufzucht der Pflanzen benutzt. Eine Zeitschaltuhr sorgte für eine regelmäßige und gleichmäßige Bewässerung. Auch die Beleuchtung über Wärme spendende Lampen wurde dadurch gesteuert. Die Regalböden waren mit Vertiefungen zum Ablauf des Wassers versehen. Darin befanden sich insgesamt 23 Cannabispflanzen, die laut Bernd Rehm, Leiter des Drogenkommissariats der Kriminalinspektion Wittlich, über "ein Behältnis mit Tauchpumpe" mit Wasser versorgt wurden. Des Weiteren stand eine rund 30 Zentimeter große Hanfpflanze auf dem Balkon der Wohnung. Die Polizei vermutet, dass die Pflanzen seit Anfang April gezüchtet wurden. Zur Durchsuchung kam es, da Ermittlungen Hinweise ergaben, dass der Mann Hanfsamen erworben hatte. Die Cannabis-Pflanzen und die zur Aufzucht verwendeten Utensilien wurden beschlagnahmt. Gegen den Betreiber wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Höhe der Strafe hängt von der Menge der gezüchteten Pflanzen ab. "Die ist in diesem Fall noch recht gering, so wird es hier wohl nur zu einer Geldstrafe kommen", sagt Rehm. Diese sei abhängig vom Einkommen des Betroffenen. Jedoch laufen noch weitere Ermittlungen, ob der Mann die Pflanzen nur für den Eigenverbrauch verwenden wollte oder den Verkauf geplant hatte. Sollte ein Handel nachgewiesen werden können, würde die Strafe entsprechend höher ausfallen. In Deutschland ist der Anbau von und der Handel mit Cannabis gemäß dem Betäubungsmittelgesetz strafbar.

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