Harmonie trotz Hitze

SPEICHER. (utz) Harmonie war angesagt: Nach dem Knatsch um den Rücktritt von Vorstand Klaus Peters im August vergangenen Jahres haben sich die Wogen zumindest nach außen hin geglättet. Bei der Vertreterversammlung in Speicher wurde der Jahresabschluss 2002 ebenso einstimmig beschlossen wie die Entlastung des Vorstand.

"Risiko" war an diesem Abend eines der am häufigsten benutzten Worte auf dem Podium im Pfarrheim Speicher. "Es gibt derzeit keine Erkenntnis, dass die Risikosituation unseres Hauses in diesem Jahr schwieriger sein wird als im vergangenen Jahr", erklärte Vorstandsmitglied Christoph Ochs bei der Vertreterversammlung der Volksbank Eifel Mitte. Und im Prüfungsbericht der Genossenschaftsverbände, den Aufsichtsratsmitglied Günter Schneider verlas, war die Rede von "einem hohen Potential" an Risiko behafteten Bonitätsgruppen im Kreditgeschäft. Trotz Verbesserung sei die Eigenkapitalquote immer noch unterdurchschnittlich, heißt es in dem Bericht.Trotz aller Schwierigkeiten zeigte sich Vorstandsvorsitzender Klaus Jansen überzeugt, dass die Voba erfolgreich in die Konsolidierungsphase eingestiegen ist. Und warf noch einmal einen Blick in die Vergangenheit.Im August 2002 war Vorstand Klaus Peters bei der Vertreterversammlung in Gerolstein zurückgetreten (der TV berichtete) - sein Nachfolger ist Christoph Ochs. Der Grund: Peters hatte die Verantwortung dafür übernommen, dass das Kreditvolumen in den "risikobehafteten Bonitätsgruppen" im Vergleich zum Verbandsdurchschnitt zu hoch gewesen war, überwiegend verursacht von Abschlüssen im Bereich Prüm. Die Misere war mit verursacht von "Altlasten" aus den 80er- und 90er Jahren.Jansen befürwortet noch einmal harten Schnitt

Genau deshalb verteidigte Klaus Jansen das Vorgehen der Voba. Man habe die Möglichkeit gehabt, das Problem weiter vor sich herzuschieben oder einen "Schnitt zu machen, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein". Im Jahresabschluss 2002, den die Vertreter im brütend heißen Pfarrheim ebenso einstimmig beschlossen wie die Entlastung des Vorstandes und die Wiederwahl des Aufsichtsrats, sieht Jansen dies bestätigt.Bei einer Bilanzsumme von 539 Millionen Euro erreichte die Voba einen Jahreüberschuss von 1,18 Millionen Euro und eine Steigerung im Betriebsergebnis um 309 000 Euro auf 5,5 Millionen Euro. Die Rücklagen wurden um 738 000 Euro gestärkt. Für die 13 131 Bankmitglieder wird eine Dividende von sechs Prozent ausgeschüttet, "eine überdurchschnittliche Dividende", wie Vorstand Rainer Berlingen betonte.Er berichtete von einem "straffen Kostenmanagement" und dennoch steigenden Personalkosten - zum einen wegen der höheren Tarifabschlüsse und weil die Voba ihr Personal aufgestockt habe.Derzeit arbeiten 242 Mitarbeiter für das genossenschaftliche Kreditinstitut für etwa 41 100 Kunden. Die Mitarbeiter sorgten im vergangenen Jahr auch dafür, dass den Kunden 402 Millionen Euro an Krediten zur Verfügung gestellt wurden.Aufgrund der konjunkturell schwierigen Lage sei das Kundenkreditgeschäft allerdings leicht rückläufig. Bei den Kundeneinlagen sei weiterhin der Trend zu zins- und substanzsicheren Anlagen spürbar, erklärte Berlingen - weg vom Aktienmarkt, hin zu traditionellen Anlageformen.Auf die Tradition will auch die Bank aufbauen: Von den 15 Geschäftsstellen wurden im Vorjahr diejenigen in Jünkerath und Prüm renoviert, in diesem Jahr ist Speicher dran. Wenn alles glatt läuft, beginnen die Bauarbeiten im Herbst.