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Haufenweise Ideen fürs Miteinander

Haufenweise Ideen fürs Miteinander

Die Ortsgemeinde Schönecken startet eine Aktion gegen Hundehaufen im Dorf - mit kompostierbaren Fähnchen und einer Spielwiese, auf der Fifi, Lumpi, Rex und Waldi ungehemmt ihrem Geschäft nachgehen können.

Schönecken. Der Flecken unternimmt etwas gegen die Häufchen: Die Ortsgemeinde Schönecken hat eine Aktion gestartet, die zu einem besseren Miteinander zwischen Hundehaltern und den anderen Schöneckern führen soll.
"Wir haben auf den Gemeinderatssitzungen immer wieder Bürger, die auf die Hinterlassenschaften hinweisen", sagt Ortsbürgermeister Matthias Antony. Zwar sei die Situation inzwischen schon etwas besser geworden, weil man im Dorf mehrere Stationen eingerichtet habe, an denen man Tüten bekommt und den Köterkot einwerfen kann.
Dennoch will die Gemeinde noch mehr unternehmen, damit Bürgersteige, Straßen und Anlagen gründlich von Hundehaufen befreit werden. Eines ist dem Bürgermeister allerdings wichtig bei der Angelegenheit: "Es geht bei der Aktion nicht darum, irgendwen an den Pranger zu stellen. Sondern ums Miteinander. Und wir wollen den Hundebesitzern etwas anbieten."
Dieses Angebot besteht in einer Hundewiese in Nachbarschaft des Wasser-Spielplatzes, den eine Bürgergruppe im Rahmen des Dorfwettbewerbs mit vielen gemeinsamen Aktionen (der TV berichtete) angelegt hat. "Die liegt am Park und ist eingezäunt, damit Waldi da machen kann, was er will", sagt Antony.
Und sollte Waldis Herrchen oder Frauchen dennoch nicht auf diese Angebote eingehen und seinen Möpp weiter in die Gegend koten lassen, greift Plan B: die Sache mit den Fähnchen. In diesen Tagen nämlich hat jeder der 800 Schönecker Haushalte (der Ort hat 1700 Einwohner und 90 gemeldete Hunde) Post bekommen. Darin einen erklärenden Wurfzettel und ein Fähnchen mit dem Aufdruck "Haufen sucht Herrchen". "Die sind extra aus kompostierbarem Material", sagt Antony. Und jeder, der im Dorf einen herrchenlosen Haufen findet, kann dort das Fähnchen hineinstecken, um erstens auf die Hinterlassenschaft hinzuweisen und zweitens vielleicht doch die Hundehalter zu mehr Rücksicht zu bewegen. Die Schönecker übernehmen mit dieser Aktion eine Idee, die vor einiger Zeit in Berlin ihren Anfang nahm und inzwischen in weiteren Kommunen läuft. Die Kosten für alles, inklusive der Hundewiese mit dem Zaun, halten sich im Rahmen: Sie liegen bei knapp 1000 Euro.Meinung

Schon wieder Schönecken
Vor einiger Zeit berichteten wir im TV ziemlich begeistert vom zwei Mal ausgerichteten Schönecker Bürgerwettbewerb, der mit vielen tollen Aktionen das Dorfleben bereichert und verschönert hat, der Jung und Alt zusammenbrachte und auch von den Betrieben nicht nur finanziell unterstützt wurde. Jetzt kommt die Gemeinde mit der nächsten erfreulichen Aktion um die Ecke. Das Prinzip: nicht nur maulen und die Nase rümpfen über Hundekot, sondern mit einem freundlichen Angebot und einer augenzwinkernden Aktion Anreize zu mehr Rücksichtnahme zu liefern. Toll. Dafür verdienen die Verantwortlichen mindestens ein Leckerchen. fp.linden@volksfreund.de