"Haus der Bildung" wird teurer

Da, wo zurzeit noch Schüler pauken, sollen künftig Kindergartenkinder spielen und auf ihre Schulzeit vorbereitet werden: Die Kindertagesstätte Kyllburg soll in das Gebäude der Grund- und Hauptschule ziehen. Über die Planungen zum rund 1,2 Millionen teuren Umbau des Schulgebäudes hat heute der Verbandsgemeinderat zu entscheiden.

Kyllburg. Eines ist klar: Die Kyllburger Kindertagesstätte, die zurzeit noch am Marktplatz untergebracht ist, ist nicht zukunftsfähig: Spätestens, wenn ab August 2010 Kinder ab dem zweiten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, platzt sie aus allen Nähten. Ganz davon abgesehen, dass entsprechende Räume für Kleinkinder fehlen.

Das Problem ist in der Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg hinreichend bekannt: Schon im März hatte der VG-Rat dem Umzug der Kita in den Ostflügel der Grund- und Hauptschule (GHS) zum Beginn des Schuljahrs 2010/2011 zugestimmt: Ein "Haus der Bildung" soll an der Bademer Straße entstehen. Dort ist künftig Platz satt, denn die Tage der Hauptschule sind gezählt (der TV berichtete).

Dass vor dem Umzug der Kita-Kinder zahlreiche Umbauten im Ostflügel vorgenommen werden müssen, war bereits im März klar: 390 000 Euro für den Innen-Umbau wurden veranschlagt, darüber hinaus rund 200 000 Euro für die energetische Sanierung. Doch in den Beschlussvorlagen für die heutige VG-Ratssitzung finden sich weit höhere Zahlen: Der Umbau des Ostfügels schlägt danach mit 794 000 Euro, die energetische Sanierung mit 425 000 Euro zu Buche. Was das Vorhaben so deutlich teurer macht, ist zum einen die Tatsache, dass in der Kita künftig wohl nicht zwei, sondern insgesamt vier Gruppen betreut werden. Darüber hinaus müssen eine Küche und eine Mensa eingebaut werden. Allerdings könnten diese Räume von Kita und Schule künftig gemeinsam genutzt werden, sollte an der Grundschule ein Ganztagsbetrieb eingerichtet werden - auch hierüber entscheidet der VG-Rat am heutigen Abend. Weiterhin teurer wird's durch die Anforderungen verschiedener Fachbehörden - ein Sanitärraum für Kleinkinder, Schlaf- und Förderräume sowie eine Wickelstube sind erforderlich. Auch die energetische Sanierung wird wohl deutlich kostspieliger als zunächst gedacht, da in der Planung nun vorsorglich eine umfangreiche Altlastensanierung berücksichtigt ist.

Unterm Strich kommen damit mehr als 1,2 Millionen Euro für den Umbau zusammen - "für eine arme Verbandsgemeinde ein Riesenbatzen Geld", weiß auch Bernd Spindler, Bürgermeister der VG. Zwar könnten der Innen-Umbau mit rund 240 000 Euro vom Land sowie Kreis und die energetische Sanierung mit bis zu 40 Prozent vom Land gefördert werden. Dennoch rechnet Spindler heute Abend mit "kritischen Nachfragen". Denn es sind die Ortsgemeinden, die die Kosten letztlich schultern müssen. Zwar wird die VG als Eigentümerin des Schulgebäudes einen Kredit für die Rest-Kosten aufnehmen, da allerdings für die Betreuung der Kita-Kinder die Ortsgemeinden zuständig sind, werden diese Kosten letztlich auf sie umgelegt. Extra Weitere Themen im VG-Rat heute um 19 Uhr im Sitzungssaal des Kyllburger Rathauses: die notwendigen Sanierungs- inklusive Brandschutzmaßnahmen am Gesamtgebäude der GHS Kyllburg, Informationen über den Prüfbericht der rheinland-pfälzischen Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule über den Zustand der Feuerwehren, die Mitgliedschaft im Verkehrsverein Kyllburger Wald eifel, Sachstand bei Schloss Malberg. (neb)