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Haute Couture mitten aus der Eifel

Haute Couture mitten aus der Eifel

Im Esszimmer ihres Wohnhauses hat Margret Gasper aus Waxweiler vor 20 Jahren ihren Traum von der Haute Couture verwirklicht. Inzwischen gehören zum Team der Schneidermeisterin und Modedesignerin 16 Mitarbeiter und Kunden aus allen Ecken der Großregion.

Waxweiler. "Die Kleidergröße meiner Kunden ist mir völlig egal", sagt Margret Gasper. Eine Aussage, die für sich allein falsch verstanden werden könnte. Zumal Gasper ihren Lebensunterhalt damit verdient, für Menschen die passende Kleidung zu entwerfen. Was die Modedesignerin damit meint, ist, dass es für sie keine Rolle spielt, ob der Kunde lang, kurz, dick oder dünn ist. "Sein Maß ist mein Maß", erklärt Gasper. Wobei es in der Regel nicht sein Maß ist, das gemessen wird, sondern ihr Maß. Denn die meisten Kunden, die den Betrieb in Waxweiler aufsuchen, sind Frauen. Frauen, die dafür durchaus auch eine längere Anreise auf sich nehmen. Frauen, die kein Kleidungsstück von der Stange wollen. Aber auch Frauen, die auf eine stereotype Modeberatung verzichten können, wie Gasper erklärt. "Modisch ist für die Kundin, wenn es zu ihr passt."
Was am besten zu ihr selbst passt, das hat die Modedesignerin und gelernte Schneidermeisterin vor 20 Jahren festgestellt. An das Datum erinnert sie sich noch genau. Es war der 2. November 1995. An diesem Tag kam der Entschluss, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Bereits einen Monat später hat sie dann im Esszimmer ihres Wohnhauses ihre Design-Schneiderei eröffnet. Und bereits ein halbes Jahr später hat sie aufgrund der vielen Aufträge schließlich die erste Schneiderin eingestellt.
Inzwischen beschäftigt Margret Gasper 14 Mitarbeiter: Meisterschneiderinnen, Modedesignerinnen, Gesellinnen, Auszubildende und Strickerinnen. Diese arbeiten natürlich nicht alle im Esszimmer der Familie Gasper, sondern im benachbarten Haus - in einer alten Gerberei, die nach einer umfassenden Restauration zum neuen Sitz des Haute-Couture-Betriebs wurde. Im Dachgeschoss wird die Mode entworfen, im Stockwerk darunter wird sie gefertigt und im Erdgeschoss werden die Kunden beraten. Umgeben von mehreren Tausend verschiedenen Stoffmustern und Knöpfen.
Das, woran derzeit mit Hochdruck gearbeitet wird, sind die Kreationen für die Modenschau am 21. März in Bitburg. Bereits seit vielen Jahren veranstaltet Gasper mit ihrem Team zum Beda-Markt eine Vorführung ihrer Mode in den Räumen des Autohauses Schaal. Die Modedesignerin freut sich auf dieses Event. Und auch darüber, wie sich die Dinge in den vergangenen 20 Jahren entwickelt haben. Besonders wichtig seien ihr die familiäre Atmosphäre und der Teamgeist, betont sie. "Und ich finde es interessant, wie viel Neues ich auch von meinen jungen Lehrlingen noch lernen kann."
Extra

Beim Beda-Markt in Bitburg präsentieren sich vom 20. bis 22. März mehr als 150 Aussteller aus Handel, Handwerk, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Dienstleistung. Die Ausstellung ist am Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. uhe