Heiße Öfen mit scharfen Kurven

Heiße Öfen mit scharfen Kurven

PRÜM. Lautes Knattern, dröhnende Motoren und schräges Hupen beschallten am Sonntag den Hahnplatz. Dort lag ein Kontrollpunkt der Oldtimer-Rallye durch ganz Deutschland.

Glänzendes Chrom und glänzende Augen gab es am Sonntagmittag auf dem Hahnplatz reichlich zu sehen. Grund dafür war eine Oldtimer-Rallye, die auf insgesamt 2000 Kilometern durch ganz Deutschland und Luxemburg führt. Die Fahrer von 160 Oldtimern sowie 15 Veteranen-Motorrädern fanden auf ihrer Route den Weg nach Prüm. Auf dem Hahnplatz lag einer der Kontrollpunkte auf der Strecke durch die Eifel. Dort ließen sich die Teilnehmer unter den Augen zahlreicher Oldtimerfans den Besuch der Prümer Station abstempeln. Auch in Biersdorf und Vianden machten die schicken Flitzer eine kurze Rast. Eine bunte Bandbreite an alten Fahrzeugen war zu bestaunen, die aus allen Regionen Deutschlands kamen. Ob aus Hamburg oder München: Viele Oldtimerbesitzer und Fans ließen es sich nicht entgehen, bei der Rallye mitzufahren, die in Mönchengladbach startete. Das älteste Fahrzeug im Feld war ein Mercedes-Benz aus dem Jahr 1912. Ein besonderer "Höhe-Punkt" der Tour war im wahrsten Sinne des Wortes ein Setra-Bus S 9, Baujahr 1959. Auch ein prominenter Fahrer war im Feld dabei: Der Fernsehmoderator Jean Pütz ging mit seinem BMW 507 aus dem Jahr 1958 an den Start. Mit von der Partie waren Zweiräder wie die Vespa GS, mit der Axel Strobach aus Hannover durch Prüm kurvte. "Die Maschine fahre ich seit 1959 und habe sogar auf ihr den Führerschein gemacht", berichtet der Unternehmer. Seitdem hat er sich dem Motorsport verschrieben und fährt immer noch gerne mit seiner ältesten Maschine. Ulrike und Detlef Dässel aus Mönchengladbach haben sich ganz der Faszination Oldtimer-Motorsport hingegeben. Dabei sind sie sogar richtige Sammler, denn sie nennen 20 alte Fahrzeuge ihr Eigen. Mit ihrem schwarzen Packard Six Touring (Baujahr 1925) nahmen sie an der Rallye teil. "Diese Tour ist unser Jahresurlaub", sagt das Ehepaar mit glänzenden Augen. Dabei ist die Rollenverteilung bei Dässels klassisch. Der Mann schraubt in seiner Freizeit an den Wagen, und die Frau regiert während der Fahrt über die Bordbücher und die Straßenkarten.

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