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Herforst surft voran: Schnelles Internet für Eifelkreis-Gemeinden bis 2016

Herforst surft voran: Schnelles Internet für Eifelkreis-Gemeinden bis 2016

Herforst ist ein Surferparadies: Seit Ende 2013 steht den Einwohnern das schnelle Internet zur Verfügung. Die Breitbandinitiative des Eifelkreises hat es möglich gemacht. Für sein Engagement in Sachen Breitbandausbau ist der Kreis nun in Herforst von Innenstaatssekretärin Heike Raab gelobt worden.

Herforst. Werner Pick kennt das. Er hat es früher oft genug miterlebt. Die Frage nach dem Internet kommt jedes Mal. "Wenn Amerikaner sich hier eine Wohnung oder ein Haus anschauen, dann interessieren sie sich immer dafür, ob das Haus einen schnellen Internetzugang hat."
Ist das nicht der Fall, komme die Immobilie für sie nicht infrage - schlecht für den Ort. "Die brauchen das schnelle Netz beispielsweise zum Skypen", weiß Pick. Er ist Ortsbürgermeister von Herforst. Einen knappen Kilometer ist es vom Ortsausgang seiner Gemeinde bis zum Südtor der Air Base Spangdahlem. Momentan leben rund 200 US-Amerikaner in Herforst - und sie alle nutzen das schnelle Internet.
Denn seit Ende 2013 ist der Ort an das Breitbandnetz angeschlossen, das Bandbreiten von bis zu 50 Megabits pro Sekunde ermöglicht. Damit war Herforst eine der ersten Gemeinden im Eifelkreis Bitburg-Prüm, in denen die Bürger diese Bandbreiten nutzen konnten - ein Vorzeigeprojekt.
Aus diesem Grund versammelte sich diese Woche jede Menge landespolitische Prominenz im Herforster Gemeindehaus zu einer Infoveranstaltung. Das Thema: Der Fortschritt des Breitbandausbaus im Land am Beispiel des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Laut Innenstaatssekretärin Heike Raab sind mittlerweile "so gut wie alle weißen Flecken im Land" (Bereiche, die noch nicht an das schnelle Netz angeschlossen sind) verschwunden. "Die gemeinsamen Anstrengungen im Eifelkreis sind dafür ein gutes Beispiel."
Verantwortlich für diese Anstrengungen ist vor allem Landrat Joachim Streit. "Die Idee zur Breitbandinitiative im Eifelkreis hat sich seit 2009 entwickelt", sagt Streit. Der Drang nach schnellem Internet sei in den vergangenen Jahren immer größer geworden. "Alle sind im Netz, da mussten wir etwas verändern." Und gebe es einen weiteren Grund, für den Breitbandausbau: "Wer kauft dir denn noch ein Haus ohne Internetanschluss ab?, fragt Streit. Eine Immobilie ohne entsprechenden Anschluss sei schnell bis zu einem Drittel weniger wert. Das Ziel ist es, alle Gemeinden im Eifelkreis zu versorgen, die als unterversorgt gelten (das bedeutet: weniger als 95 Prozent der Haushalte in einem Ort können eine Internetgeschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde nutzen)
Für Herforsts Ortsbürgermeister Werner Pick hat das schnelle Netz noch einen weiteren Vorteil. "Für die Betriebe in unserem Gewerbegebiet ist das ein echter Gewinn. Es macht Herforst als Gewerbestandort noch attraktiver."Extra

Bis Mitte 2015 sollen 140 bisher noch unterversorgte Gemeinden im Kreis Bitburg-Prüm an das schnelle Netz angeschlossen sein, bis 2016 die restlichen Orte. Danach steht den Einwohnern eine Internetgeschwindigkeit von bis zu 50 Megabits pro Sekunde zu Verfügung - zumindest in der Nähe der Verteilerkästen. Mit 4,13 Millionen Euro beteiligt sich der Eifelkreis an der Breitbandinitiative. 7,67 Millionen Euro steuert das Land bei. mfr