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Hermespand – früher und heute

Hermespand – früher und heute

HERMESPAND. (js) Auch kleine Orte schreiben ihre Geschichte. Jedenfalls ist es Uwe Neumann aus Hermespand gelungen, eine Chronik über seinen Heimatort zu verfassen.

Der Autor des 300-Seiten-Werkes stammt aus Waxweiler, wohnt aber schon seit 30 Jahren im Prümtal. Der Familienvater ist von Beruf Bauingenieur. Ansonsten widmet er einen Großteil seiner Freizeit der Forschungsarbeit. "Ich war immer interessiert, viel über die Geschichte, Entstehung und Besiedlung der Prümtaldörfer Willwerath, Dausfeld und Hermespand zu erfahren", sagt Neumann, der auf zahlreiche Archivbesuche verweist. "Ob es das Landeshauptarchiv in Koblenz, das Notariatsarchiv in Neuwied oder das Nebenarchiv in Kobern-Gondorf war, ich wurde überall fündig und entdeckte stets viel Neues", so der Chronist. Uwe Neumann ist ein akribischer Forscher. Ihm geht es nicht um Länge und Fülle, vielmehr um Tiefe. Davon zeugt sein neues Buch "Unser Dorf Hermespand - 893 bis 2006". Drei Jahre hat Neumann daran gearbeitet, heraus kam ein wissenschaftliches Handbuch, das aber jeden Leser "erreicht", weil der Verfasser eine verständliche Sprache bevorzugt. Bereits vor drei Jahren veröffentlichte Neumann eine Schrift zur Hermespander Kapelle. Viel Forschungsarbeit in Archivstuben, viele lebendige Befragungen bei älteren Dorfbewohnern und viel Aufwand bei der Suche nach geeignetem Bildmaterial - das machte einen Großteil der vorbereitenden Arbeiten aus, ehe es ans Schreiben ging. Übrigens, geweckt wurde die Schreiblust Neumanns durch die Begegnung mit einer Schulchronik (Staudenhof) und den Besuch mehrerer VHS-Kurse in Sachen "Sütterlin-Schrift". Die Beschreibung der Historie der drei Eifeldörfer beginnt mit der Entstehung des Dorfes "hermanesbanede" im Jahre 893, setzt sich fort über "Hermerßpandt" (1570) bis zum heutigen "Hermespand". Ausgiebig behandelt der Autor das Thema Bannbeschreibung, Flurkarten und Flurnamen. Dorfentwicklung, Volksschule, Kapelle, Eisenbahn, Vereine, Kriegsgeschehen und Wegekreuze sind Kernthemen der Arbeit Neumanns. Und damit das Gesamtwerk nicht allzu "trocken" auf den Leser einwirkt, hat es der Autor mit köstlichen Anekdoten, Episoden und "Verzellchern" angereichert. Beispiel: Ehehumor in alten Grabschriften: Seit uns der Tod geschieden, ruht sie und ich in Frieden. Uwe Neumanns Buch richtet sich an die Bewohner der drei Dörfer, aber auch an alle Eifelfreunde. Zielgruppe ist im besonderen die junge Generation. "Sie soll die Geschichte weitertragen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät", sagt Neumann. Und beendet ist seine Arbeit noch lange nicht: "Dieser Einblick ist bei weitem noch nicht vollständig erfasst, es bedarf noch vieler Erforschungen". Das Buch kann direkt beim Autor unter Telefon 06551/3465 bestellt werden.