Heute Entscheidung über Banken-Fusion

Heute Entscheidung über Banken-Fusion

Nachdem die Vertreter der Volksbank Eifel Mitte vergangene Woche für die Fusion mit der Volksbank Bitburg gestimmt haben, fällt heute Abend in Bitburg die endgültige Entscheidung. Mit der Verschmelzung würde ein genossenschaftliches Institut entstehen, das ähnlich groß wie die Volksbank Trier wäre.

Bitburg. Die Volksbank Bitburg hat Erfahrung mit Fusionen. Doch anders als beim jüngsten Zusammenschluss, 2009 mit der deutlich kleineren Raiffeisenbank östliche Südeifel, kommen diesmal zwei annähernd gleich starke Partner zusammen. Die Volksbank Eifel Mitte hat eine Bilanzsumme von knapp 605 Millionen Euro; bei der Volksbank Bitburg sind es 675 Millionen - macht zusammen 1,27 Milliarden Euro und liegt damit fast exakt in dem Bereich, den die Volksbank Trier nach der Fusion mit Hochwald-Saarburg verbucht.
Mit Blick auf Trier ist Andreas Theis, Vorstand der Volksbank Bitburg, auch schon mitten im Thema. Ihm geht es bei der Fusion, wie auch dem Vorstands-Kollegen Michael Simonis aus Prüm, um eine "strategische Ausrüstung" der Bank, die, sollten Bitburger Vertreter heute Abend zustimmen, künftig Volksbank Eifel heißen würde: "Unser Ziel ist es, zwischen den genossenschaftlichen Oberzentren in Trier und Koblenz mit der Volksbank Eifel einen eigenen regionalen Mittelpunkt zu schaffen", sagt Theis. Das mache angesichts wachsender Herausforderungen angesichts "überbordender Regulatorik", die den Banken abverlangt werde und Zeit wie Personal binde, wie auch der anhaltenden Niedrigzinspolitik Sinn. "Es braucht schon einen starken Verbund, um sich in einem solchen Marktumfeld zu behaupten", sagt Theis, der in der Fusion die Chance sieht, das Beratungsangebot für die Kunden durch Spezialisierungen weiter auszubauen. Hinzu kommt: Durch den Zusammenschluss würde auch das Eigenkapital und damit zusammenhängend auch der Rahmen für die Höhe von Kreditvergaben steigen.
Filialschließungen seien aktuell im Zusammenhang mit der Fusion nicht geplant. Schließungen hängen - wie es auch bisher schon war - maßgeblich davon ab, wie gut eine Filiale genutzt wird. 60 Prozent der Kunden würden bereits Online-Banking nutzen, sagt Theis, der, nach vielen Gesprächen mit Vertretern, mit "einem guten Gefühl" in die heutige Versammlung in der Stadthalle Bitburg geh.
Dazu, ob perspektivisch auch Fusionen mit den Eifeler Raiffeisenbanken Irrel und Westeifel geplant sind, sagt Theis: "Das ist derzeit keine Überlegung, und das müssen letztlich die Kollegen der Nachbarinstitute für sich entscheiden." scho
Extra

Auf Augenhöhe: Sollte die Fusion der Volksbank Bitburg mit der Volksbank Eifel Mitte heute besiegelt werden, wird ein genossenschaftliches Institut entstehen, dessen Marktgebiet sich über Teile zweier Landkreise erstreckt - Bitburg-Prüm und Vulkaneifel, 212 Gemeinden zählt und knapp 74 000 Kunden (39 000 der Volksbank Bitburg und 35 000 der Volksbank Eifel Mitte). Zusammen zählen die beiden Banken rund 36 000 Mitglieder (15 000 Eifel Mitte; 21 000 Bitburg), 350 Mitarbeiter und 30 Filialen (19 Bitburg und elf Eifel Mitte). scho