"Hier ist es wie daheim"

Das Lebenshilfe Wohnheim in Bitburg bietet seit 20 Jahren Menschen mit Behinderung ein Zuhause. Am Sonntag, 16. September, wird das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Bitburg. Schon jetzt herrscht Aufregung bei den Bewohnern des Lebenshilfehauses in der Prümerstraße in Bitburg. Sieht man einmal von der Einweihungsfeier vor 20 Jahren ab, so hat es dort einen solchen Trubel noch nie gegeben - das weiß auch Gerti Bell, eine Bewohnerin der ersten Stunde in Bitburg. Sie freut sich auf die Jubiläumsfeierlichkeiten. "Ich liebe es Feste zu feiern und bin mal gespannt, wer denn alles kommen wird", sagt Gerti Bell mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.
Gerti Bell ist 66 Jahre alt und stammt aus Malberg. Ihre Eltern sind früh verstorben. Aufgrund ihrer geistigen Behinderung konnte Gerti nicht alleine leben. Die Eltern hatten sich noch zu Lebzeiten darum bemüht, dass sie ein neues Zuhause findet, möglichst nah an ihrem Heimatort. "Ich wollte am liebsten nach Bitburg ziehen, weil ich hier die meisten Leute kenne. Hier ist es wie daheim", sagt Gerti Bell.
Selbstbestimmtes Wohnen


So selbstständig wie möglich und so viel Hilfe wie nötig - das ist das Motto von stationären Einrichtungen oder ambulanten Versorgungen. Hier erhalten Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung in ihrer Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft eingeschränkt sind, Hilfe. Solche Hilfe gibt es im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Vulkaneifelkreis Daun zum Beispiel bei den Lebenshilfe Wohngemeinschaften Eifel.
Als das Lebenshilfe Wohnheim in Bitburg vor 20 Jahren mit 34 Plätzen eröffnet wurde, galt dies als vergleichsweise kleine Einrichtung, waren zu der Zeit Großeinrichtungen mit mehreren Hundert Plätzen üblich. Heute geht die Entwicklung in Richtung selbstbestimmtes Wohnen, das von einem persönlichen Assistenten begleitet wird und bestenfalls in der eigenen Wohnung oder einer kleinen Wohngemeinschaft stattfindet. Deshalb entwickeln die Lebenshilfeorganisationen auch neue ambulante Wohnkonzepte, zum Beispiel für schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen mit besonders hohem Hilfebedarf.
Kostengünstigere Variante


"Bei uns steht der behinderte Mensch und sein individueller Hilfebedarf im Vordergrund", erklärt Geschäftsführer Ferdinand Niesen und macht darauf aufmerksam, dass bei aller Weiterentwicklung aber auch danach gefragt werden muss, was der Mensch mit Handicap selbst will. "Ich erlebe immer wieder, dass sich unsere Bewohner in der Gemeinschaft der Wohnstätte sehr wohl fühlen, und diese Wohnform einem Leben in der eigenen Wohnung vorziehen." Niesen weist darauf hin, dass die stationäre Versorgung bei Menschen mit hohem Hilfebedarf in der Regel die kostengünstigere Variante für den Sozialhilfeträger darstellt, was aufgrund der Lage der Sozialhaushalte nicht zu vernachlässigen sei.
Dass sich die Menschen in der Lebenshilfe Bitburg mit ihrem Heim identifizieren, zeige sich in der regen Betriebsamkeit bei den Vorbereitungen des anstehenden Festes, meint Wohnheimleiterin Regina Mayer. "Die Bewohner und Mitarbeiter freuen sich darauf, den Besuchern einen Einblick in ihr Wohnumfeld zu gewähren - auch das ist Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft", sagt sie. red
Der Tag der offenen Tür beginnt am Sonntag, 16. September, mit einem Gottesdienst im Festzelt direkt am Wohnheim. Weiter geht es am Nachmittag mit einem Bunten Programm für Jung und Alt. Die Besucher erwartet eine Musikbühne, ein Sport- und Spielfest für Kinder, ein Puppenschauspiel, eine Trommelgruppe, Tanzvorstellungen, Kaffee und Kuchen und vieles mehr.
Weitere Infos auf
www.lebenshilfe-eifel.de