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Hinten parken, vorne starten - Prümer Feuerwache wird saniert

Hinten parken, vorne starten - Prümer Feuerwache wird saniert

Die Sanierung der Prümer Feuerwache läuft. Die neue Atemschutzwerkstatt für alle Wehren der Kommune steht. Bald kommt der neue Gerätewart. Und ein Malheurchen gab’s auch.

Prüm Vier Männer in Weiß, auf dem Dach der Prümer Feuerwache, in Schutzkleidung und mit Atemmasken: Sie kommen von der Schönecker Firma Thiel und Alff und bauen die Wellplatten aus, mit denen das Gebäude gedeckt ist. Verpacken die Platten, bevor ein Kran sie auf einen Transporter bugsiert. Denn die Elemente aus Faserzement enthalten Asbest. Und der kann sich freisetzen, falls eine zerbricht.
Alles läuft nach Vorschrift bei der Sanierung der Wache. Derzeit wird die linke Hälfte gemacht: neues Dach, neue Garagentore. Wobei man eines der vier Tore gleich zweimal erneuern musste: Als vor einigen Wochen die Drehleiter gewartet wurde, setzte ein Mitarbeiter der Spezialfirma versehentlich den Wagen in Gang. Der stand aber drinnen. "Und dann marschierte das Ding los", sagt Peter Hillen von der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. "Durch das neue Tor."
Ein Malheur, ein Versicherungsfall. Davon abgesehen läuft die Sanierung bisher rund. Im kommenden Jahr ist die zweite Hälfte des Gebäudes dran. "Die Arbeiten am 33 Jahre alten Haus kosten 140 000 Euro", sagt Günter Wilwers, Chef des VG-Bauamts. Die neuen Dachelemente seien außerdem deutlich besser isoliert - das senke die Heizkosten.
Von den weiteren 300 000 Euro, die in Prüm ausgegeben werden, profitieren alle Wehren in der Kommune: Das Geld floss in den Neubau der Atemschutzwerkstatt. Schlicht und flach duckt sie sich hinter den Hauptbau. Fast zu schick, um so versteckt zu werden.
Aber "schick" ist nicht das Wort, das hier zählt. "Notwendig" schon eher: Im neuen Gebäude werden auch die elektrischen Geräte aller Wehren geprüft und repariert.
Und ein erstmals eingestellter Mitarbeiter der Verbandsgemeinde wird dort ebenfalls seine Werkstatt haben: der neue, hauptamtliche Gerätewart der VG-Wehren. Den Posten übernimmt Thomas Thiesen, Prümer Feuerwehrmann: "Er wird zurzeit noch geschult", sagt Hillen.
Die VG ist dann eine der wenigen Kommunen mit hauptamtlichem Gerätewart. Auch das: kein Luxus, sagt Hillen. "Weil die Prüfung aller Geräte ein immer größeres Ausmaß annimmt. Und das war im Rahmen des Ehrenamts nicht mehr zu schaffen." Darüber hinaus machen die Ehrenamtler weiter: "Die Atemschutz-Crew unter Federführung von Barty Lliteras läuft ja unabhängig davon."
Zu tun gibt's genug: Pumpen, Lampen, Funkgeräte; Schläuche, Spreizer, Rettungsscheren - das alles will in Schuss gehalten sein. Wie gesagt: für alle Kameraden in der VG mit ihren 52 Wehren und etwa 1000 Aktiven.
Auch Schutzkleidung und -ausrüstung verlangen "eine genaue und penible Pflege", sagt Manfred Schuler von der Prümer Wehr. "Da geht's im Einsatz um Gesundheit und Leben der Wehrleute."
Und die sollen bei ihren Einsätzen künftig noch etwas schneller in die Gänge kommen als bisher: Dafür entsteht hinter der Wache der neue Parkplatz, im Winkel zwischen Hauptgebäude und Atemschutzwerkstatt. Etwa 60 Autos werden draufpassen.
Bei Alarm heißt das: hinten ankommen, parken, rein ins Gebäude - und nach vorne mit den Einsatzwagen wieder raus. Das sorgt für ein aufgeräumtes Ausrücken.
Eine Irritation gab es dann aber doch: Hautarzt Wilhelm Akst hat einen Teil der Parkfläche unterhalb der Wache gekauft, weil er seine Praxis erweitern will. Das führte zu dem Gerücht, dieser Handel habe der VG den Umbau der Wache und des Parkplatzes aufgezwungen. Blödsinn, sagen die Vertreter von Verwaltung und Feuerwehr: Das sei miteinander einhergegangen, bestätigen die oben genannten Gesprächspartner. Und zudem werde sich die Situation mit dem neu angelegten Parkplatz deutlich verbessern.
Thomas Thiesen, der neue Gerätewart, tritt nächste Woche seinen Posten an und ist dann an allen Arbeitstagen für die Wehrleute ansprechbar. Die Arbeiten drum herum gehen weiter, im Herbst soll der Parkplatz asphaltiert werden.KommentarMeinung

 Da fliegen sie weg, die Wellplatten.
Da fliegen sie weg, die Wellplatten. Foto: (e_pruem )

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Die Wehrleute und all die anderen Retter: Wenn es bei dir brennt, der Keller vollläuft, wenn du einen Unfall hast, wenn du Hilfe brauchst, dann lassen sie alles für dich stehen und liegen. Ihre Ausrüstung kostet viel Geld. Aber in Prüm gibt man es so aus, dass alle Wehren in der VG etwas davon haben. Die Kosten? Relativieren sich - im Ernstfall mit jeder Sekunde, die man darauf wartet, dass die Retter eintreffen. f.linden@volksfreund.de