HINTERGRUND

Die Arbeit eines Geigenbaumeisters Eine Geige, Bratsche oder Cello zu bauen, erfordert Geduld und setzt präzises Arbeiten voraus. Zur Bearbeitung der Hölzer braucht Philip Kraus einige Spezialwerkzeuge. Das Weichholz für Boden und Decke einer Geige wird gespalten. Dazu werden zwei durchgetrocknete etwa 50 Zentimeter lange Stücke Fichte oder Ahorn gespalten und an den breiteren Enden mit Knochenleim verleimt. Auf die verleimten Hölzer überträgt Kraus die Umrisse einer Geige und sägt dieses aus. Dach und Boden des Instrumentes werden nun bearbeitet, so dass eine Außenwölbung entsteht. Um dem Geigenkorpus bessere Stabilität zu geben, wird wenige Millimeter vom Rand eine "Ader" eingelassen. Danach beginnt Kraus mit dem Ausstechen der Innenseite von Boden und Decke. Nach Anpassungs- und Hobelarbeiten wird der Zargenkranz auf die Unterseite (Boden) geleimt. Nun wird in die Decke der "Bassbalken", eine Leiste aus Fichten- oder Tannenholz geleimt. Die Decke wird, nachdem auch die f-Löcher (Schalllöcher) eingebracht sind, auf die Zargenkranz-Bodeneinheit geleimt und der Korpus mit einer Ziehklinge poliert. Das Herausarbeiten des Instrumentenhalses und der Schnecke aus einem massiven Stück Ahornholz ist eine mühsame Arbeit. Nach diesen Arbeitschritten werden vier konische Wirbellöcher in den Hals getrieben. Danach folgt das Ausstechen der Trapezöffnung im Geigenkörper, die den Geigenhals aufnehmen wird. Dann heftet Kraus das Griffbrett an den Hals, leimt den Obersattel fest und passt den Stimmstock zwischen Boden und Decke ein. Danach werden dem unlackierten Instrument zum ersten Mal Saiten aufgezogen. Nachdem die provisorisch befestigten Teile ein letztes Mal entfernt werden, grundiert und lackiert Kraus seine Geige.

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