HINTERGRUND

Stiftungs-Streit Der 15. Juli 2004 war für die politische Szene der Stadt Bitburg ein denkwürdiger Tag. Zuvor hatte die Kommunalwahl die Kräfteverhältnisse im Stadtrat so verschoben, dass eine Mehrheit ohne die nach wie vor größte Fraktion, die CDU, möglich war.

Deren Wunschkandidat für das Amt des Ersten Beigeordneten, Hermann Josef Rass, stieß bei den anderen Fraktionen auf Widerstand, so dass kurzfristig Axel Simon als Kandidat für das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters aus dem CDU-Ärmel geschüttelt wurde. Die Debatten um die Rass-Kandidatur hatten im Vorfeld jedoch so viel Porzellan zerschlagen, dass nicht der Brauerei-Geschäftsführer, sondern überraschend der aus der SPD-Fraktion stammende Peter Kockelmann zum Ersten Beigeordneten gewählt wurde. Ausgerechnet am Nachmittag vor dieser Entscheidung debattierte der Stiftungsvorstand der Dr.-Berg-und-Zangerle-Studienstiftung über die Zukunft der Stiftung. Die terminliche Überschneidung wird von manchen als Beleg für den Versuch interpretiert, die Stiftung dem Einfluss der Stadt zu entziehen. Sowohl der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Landrat Roger Graef, als auch Axel Simon, der dem Gremium als Vertreter der Stifter-Familie angehört, versichern jedoch, dass der Termin reiner Zufall gewesen sei. Die Einladungen waren laut Graef einen Monat zuvor verschickt, der Termin davor abgestimmt worden. Zudem habe es keine Entscheidung über den Verbleib der Stiftung gegeben. (lars)

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