HINTERGRUND

Die Anzeigen der Anwältin Dem Prozess gegen die Anwältin Marianne Mastiaux aus Schüller liegen zwei Vorfälle zu Grunde: Am 14. Januar 2003 hatte Mastiaux ihre Ortsgemeinde bei der Kreisverwaltung (Untere Landespflegebehörde) angezeigt, weil sie angeblich illegal eine Bauschuttdeponie betreibe und der erste Beigeordnete von einem Einwohner 300 Mark ohne Quittung kassiert habe.

Ob es sich dabei um Schwarzgeld für die Gemeindekasse oder um Schmiergeld für den Lokalpolitiker handelte, ließ Mastiaux offen. Dazu hörte das Gericht fünf Zeugen, die alle den Aussagen Mastiaux' widersprachen. Vor allem der Ortsbürgermeister von Schüller stellte eindrucksvoll klar, dass es sich lediglich um einen Platz zur Zwischenlagerung von Materialien während einer Straßenbaumaßnahme im Dorf gehandelt habe. Die umstrittene Geldforderung habe der Bauunternehmer an einen privaten Anlieger gestellt, für den er dessen Erdaushub entsorgte. Die Ortsgemeinde und auch der Angegriffene hätten damit nichts zu tun gehabt. Zehn Monate zuvor, am 14. März 2002, hatte Mastiaux den Schüllerer Jagdaufseher P. bei der Kreisverwaltung wegen Nötigung angezeigt und forderte von der Unteren Jagdbehörde, entsprechend einzugreifen. Vorausgegangen war eine Begegnung der Juristin mit dem Jagdaufseher. Beide waren in Autos unterwegs, an einer engen Passage auf einem Waldweg im Revier. Dabei soll P. versucht haben, sie vom Weg zu drängen. Der erste Beigeordnete und der Jagdaufseher ließen auf diese Behauptungen der Anwältin ihrerseits Anzeigen folgen. Das Amtsgericht gab ihnen Recht und quittierte die falschen Verdächtigungen am 4. April 2004 mit dem Strafbefehl von 55 Tagessätzen je 70 Euro. (vog)