Hinterm Wort

Z urzeit funktioniert es ja an vielen Stellen wieder einmal nicht. Schauen Sie sich den ruppigen Disput über die zukünftige Verkehrsgestaltung in Prüm an: Da haben etliche Groß- und Kleinhirsche bereits wieder die Geweihe ineinander verhakt und zanken sich nur noch um das leidige Thema Kreisverkehr, ja oder nein.

Wie kriegt man das wieder heil? Indem man sich ganz einfach auf eine weitere sehr praktische Eifeler Einsicht besinnt. Denn in Prüm - und bei vielen ähnlichen Diskussionen in anderen Städten und Gemeinden - greift der Satz, den ich in etlichen Gesprächsrunden immer wieder gehört habe: "Mer mooß och alt ens hönner sih Wort jonn." Jetzt nochmal auf Hochdeutsch: Man müsse, sagt der Eifeler, eben gelegentlich auch einmal "hinter sein Wort gehen". Vorsicht: Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man inkonsequent sein soll oder nicht zu seinen Überzeugungen stehen. Oder dass man sich heute nicht mehr an das erinnern will, was man gestern noch steif und fest behauptet hat. Nein, viel cleverer: Der Eifeler benutzt diese wunderbare Wendung (und ich frage mich, ob und, wenn ja, warum es die nur in der Eifel gibt) nämlich immer dann, wenn er eingesehen hat, dass man mit Sturheit nicht weiterkommt und ein Problem so nicht gelöst werden kann. Da geht er dann klugerweise "hinter sein Wort". Und wenn sein Gegenüber dann auch noch ein bisschen mithilft und von seiner Position ein wenig abrückt, dann bekommt man das hin. Oder, wie mein Nachbar Josef erklärt: "Wenn de gesacht hast, et geht nur so - und es dann aber eben so nicht geht, dann brauchste nen Kompromiss. Und dann musste eben auch mal hinter dein Wort gehen." Feine Sache, oder? Gibt's nur hier. Bis zum nächsten Mal. Et jit net jerannt! hpl/dr

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