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Historischer Sieg: Läufer Rainer Rosch gewinnt Schönecker Eierlage

Historischer Sieg: Läufer Rainer Rosch gewinnt Schönecker Eierlage

Mit Läufer Rainer Rosch (44) hat die Schönecker Eierlage den ältesten Sieger ihrer Geschichte. Er setzte sich am Ostermontag gegen den 21 Jahre jüngeren Raffer Sven Faßbender durch.

 Hatte das Nachsehen: Raffer Sven Faßbender musste sich dem Läufer Rainer Rosch geschlagen geben.
Hatte das Nachsehen: Raffer Sven Faßbender musste sich dem Läufer Rainer Rosch geschlagen geben. Foto: Vladi Nowakowski

Die Junggesellensodalität Schönecken richtet die traditionelle Eierlage aus und erhält damit einen uralten Brauch, der jedes Jahr zu Ostern das spannende Rennen zwischen Läufer und Raffer zum Volksfest macht.

Die Kontrahenten sind ein ungleiches Paar: Läufer Rainer Rosch ist 44 Jahre alt und damit der älteste Teilnehmer an der Schönecker Eierlage bisher. Raffer Sven Faßbender ist 23. "Es ist für uns eine große Ehre, hier teilzunehmen", sagen beide. Der Altersunterschied sei aber keine Garantie für einen Erfolg, erklärt Sven Faßbender: "Ich verlasse mich auf meine Jugend, aber Rainer läuft seit drei Jahren Halb-Marathon und ist absolut fit."

Nachdem die Unversehrtheit der Eier und die Strecke des Raffers durch den Hauptmann André Steevens und Fähnrich Erich Lenz freigegeben ist, fällt der Böller-chuss zum Start. Rainer Rosch macht sich auf die insgesamt 7,6 Kilometer lange Strecke, die ihn in den Nachbarort Seiwerath und wieder nach Schönecken führt, und Sven Faßbender startet den Versuch, 104 rohe Eier, die auf einer Strecke von 65 Metern in einem Abstand von 62,5 Zentimetern liegen, einzeln aufzusammeln und im Laufschritt in einen Korb zu befördern, bevor der Läufer wieder in Schönecken auftaucht. Das ist bekanntlich eine schwierige Aufgabe - auf die sich der Raffer in der engen Gasse, die das Publikum bildet, hochgradig konzentrieren muss.

Faßbender beginnt schnell und bleibt einige Zeit bei seinem hohen Tempo, doch die hohen Temperaturen am Ostermontag fordern bald ihren Tribut: Schweißüberströmt läuft er von Ei zu Ei und wird merkbar langsamer. Zwei Kameraden der Sodalität, die mitlaufen, um ihn zu unterstützen und die Zuschauer feuern ihn unentwegt an - die Durchsagen der Moderatoren, die Dank der Streckenposten zwischen Seiwerath und Schönecken, bestens über das Vorankommen des Läufers informiert sind, erwecken zusätzliche Kraftreserven.

Doch dann folgt der Albtraum des Raffers: Nur noch vier Eier sind aufzusammeln und der Läufer taucht am Anfang der Von-Hersel-Straße auf. Die Eierlage gewinnt der 44-jährige Rainer Rosch und wird damit in die Annalen der Geschichte der Junggesellensodalität Schönecken, als ältester Gewinner des Wettbewerbs eingehen. now