Hochaltar wieder im Originalzustand

Hochaltar wieder im Originalzustand

Die 200 Bewohner in Weidingen engagieren sich für ihre Marien-Wallfahrtskirche durch Spenden und Eigenleistung. Der Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert strahlt wieder im Originalzustand. Insgesamt kostete die Sanierung 100 000 Euro.

Weidingen. Die Marien-Wallfahrtskirche von Weidingen wurde immer wieder umgebaut, erweitert und erneuert. Das beweisen Zahlen aus verschiedenen Jahrhunderten. Hinter dem Altar ist eine Zahl aus dem 13. Jahrhundert aufgemalt, im "Alten Teil" steht das Jahr 1504 und auf dem Turm das Jahr 1783.

Im Jahr 2005 stand die nächste Veränderung an. Die Weidinger räumten die Kirche komplett aus und begannen mit der Innensanierung. Von Oktober bis März beizten sie jeden Samstag Kirchenbänke ab und erneuerten den Fußboden. Alles in Eigenleistung. Die Sanierung der Orgel kostete 66 000 Euro. Das Geld kam ausschließlich durch Spenden zusammen.

Im Mai 2009 kam der Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert an die Reihe. Die Kosten von rund 100 000 Euro für dessen Restaurierung übernahmen das Bistum Trier, das Landesdenkmalamt und die Kreissparkassenstiftung. Hinzu kamen private Spenden. Nach 14 Farbschichten, die vorsichtig abgebeizt wurden, kamen die originalen Wandgemälde zum Vorschein. An den ursprünglichen Zustand des Altars kann sich niemand mehr erinnern.

Philipp Dreymüller war 50 Jahre Pastor in Weidingen. Über sein Wirken sagt Ortsbürgermeister Matthias Moos: "Ein Segen für die Erhaltung des Kirchenmobiliars." Als sein Nachfolger 1987 alles verändern wollte, protestierten die Weidinger.

Wallfahrten zur Fastenzeit



Der Graf von Hamm soll im 13. Jahrhundert die Marienkirche aus Dank erbaut haben, weil er gesund aus dem Krieg heimkehrte. Die Wallfahrtskirche ist bis heute ein Anziehungspunkt. Früher beteten die Leute gegen die Pest an. Heute haben viele Besucher einen sehr persönlichen Bezug zur Weidinger Kirche. Bei den Wallfahrten zur Fastenzeit - in diesem Jahr am 14., 21. und 28. März, ist die Kirche stets vollbesetzt. Seit mehr als 100 Jahren gehen Wallfahrtsgruppen zu Fuß von Bettingen, Schwirzheim und anderen Dörfern nach Weidingen.

Jetzt benötigt Ortsbürgermeister Moos noch einmal Geld, um die Sanierungsarbeiten abzuschließen. "Die Kommunionbank, der Predigtstuhl und die Seitenaltäre müssen noch gemacht werden, damit alles einheitlich wirkt", sagt Moos. Das lohnt sich bei so vielen Menschen, die von weit her die Kirche besuchen.