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Hochwasser im Eifelkreis Katastrophenfall ausgerufen

Hochwasser Eifel : Retter im Dauereinsatz in den Fluten der Eifel

Im Eifelkreis gilt weiterhin der Katastrophenfall mit höchster Warnstufe. In der Nacht auf Donnerstag und am Tag waren mehr als 1000 Rettungskräfte wegen des Hochwassers im Einsatz. Alle sagen: „So etwas haben wir noch nicht erlebt.“

Es gibt eine Vielzahl an Gefährdungs- und Schadensereignissen. Bei allem hat die Rettung von Menschenleben sowie die Sicherung von Hab und Gut absolute Priorität.

In der zurückliegenden Nacht konnten in Messerich drei Helfer – zwei Mitarbeiter des THM, ein Feuerwehrmann – nach fünfstündigem Kampf mittels einer Baggerschaufel gerettet werden. Zuvor haben sie selbst eine sechsköpfige Familie gerettet und sich dabei selbst in akute Lebensgefahr begeben. Sie haben die fünf Stunden auf dem Dach des Rettungswagens verbracht.

In der Ortsgemeinde Brecht ist ein Wohngebäude eingebrochen; zwei Bewohner konnten sich auf den Resten eines Daches in Sicherheit bringen. Dort war ein Polizei-Hubschrauber aus Hessen im Einsatz. Dieser hat zuvor fünf Menschen in Waxweiler aus einem gefluteten Haus gerettet. In einem Wohngebäude in Echtershausen ist es zu einer Gasexplosion gekommen; das Haus ist einsturzgefährdet.

Speicher/Bettingen: Hochwasser zerstört mindestens drei Brücken

Im Kreisgebiet sind mindestens drei Brücken zerstört, so im Bereich Speicher/Speicherer Bahnhof sowie in Bettingen. Zahlreiche weitere Brücken befinden sich in einem kritischen Zustand und werden vom LBM überprüft- unter anderem in Wißmannsdorf, Holsthum, Prümzurlay oder Auw a.d. Kyll.

Vielerorts muss angesammeltes Treibgut beseitigt oder gar gesprengt werden, um ein zügiges Abfließen des Wassers zu ermöglichen. Insbesondere die Erreichbarkeit der Stadt Speicher stellt sich derzeit als sehr problematisch dar.

Insgesamt waren rund 1.000 Kräfte aus dem Eifelkreis im Einsatz. Nachgeordert wurden unter anderem Kräfte aus Gelnhausen, der Pfalz, Kaiserslautern, St. Ingbert, Saarwellingen sowie der Air Base Spangdahlem. Inzwischen wurde ein drei-Schicht-Betrieb im Katastrophenschutz eingerichtet.

Zum derzeitigen Stand liegen keine Informationen zu verletzten oder vermissten Menschen vor.

Bitburg/Prüm: Weiterhin starke Regenmengen erwartet

Die Kreisverwaltung weist darauf hin, dass im weiteren Verlauf des Tages weitere starke Regenmengen erwartet werden. Zudem besteht insbesondere in den südlichen Kreisgebieten die Gefahr, dass außerhalb der Flußbette angestautes Wasser auszudringen droht; dies kann zu weiteren Überflutungen führen.

Der Scheitelpunkt der Fließgewässer wurde im nördlichen Kreisgebiet noch in der Nacht erreicht. Weiter südlich werden die Höchststände am Vormittag oder gegen Mittag erwartet.

Experten sind um die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung bemüht. Die Bürger werden dazu aufgerufen, Wasser vorübergehend nicht unnötig zu verbrauchen (Waschmaschine etc.), auch um die Abwassersituation nicht zusätzlich zu belasten.

 Lauter Treibgut sammelt sich am Donnerstagmorgen in Prüm.
Lauter Treibgut sammelt sich am Donnerstagmorgen in Prüm. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Wegen der hochgefährlichen Verkehrssituation – es drohen Straßenzüge abzurutschen – wurde festgelegt, dass ebenfalls am morgigen Freitag alle Schulen und Kitas im Eifelkreis geschlossen bleiben. Bus- und Bahnverkehr können nur sehr eingeschränkt erfolgen.Mindestens 75 Straßen sind derzeit nicht befahrbar. Eine vorläufige Übersicht wurde unter www.bitburg-pruem.de veröffentlicht. Die Übersicht ist unvollständig, da die Straßenmeistereien zum Teil nicht erreichbar sind. Eine Übersicht über die aktuellen Ereignisse in der Region finden Sie in unserem Hochwasser-Liveticker.