Hochwürden auf der Flucht

Hochwürden auf der Flucht

FEUSDORF. Mit dem neuen Laienspiel "Im Pfarrhaus ist der Teufel los" bewiesen die Feusdorfer Brauchtumspfleger einmal mehr, dass Volkstheater nur eine exzellente Facette ihrer vielfältigen Vereinstätigkeit ist.

Seit 1989 stehen sie einmal jährlich bei meist ausverkauften Vorstellungen auf der Bühne: Die begeisterten und engagierten Feusdorfer Mimen. Diesmal hatten sie sich eine "Kriminalkomödie" von Walter G. Pfaus ausgesucht, bei der ausgerechnet die Leiche, die dann doch keine war, in der Sakristei gefunden wurde. Für Hochwürden (Axel Heinzen), der der Verzweiflung recht nahe ist, scheint es äußerst bedenklich, in einem solch verrückten Pfarrhaus der Hausherr zu sein. Bei diesem Chaos hätte er sich liebend gerne "verdünnisiert". Schuld daran ist in erster Linie der neu ins Amt gewählte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hermann Brüllmeier (David Guthausen). Er will alles ändern. Ganz anders der betuliche Küster Simon (Johannes Thielen), der sich mehr um seine Ziegen kümmert, was Brüllmeier ein Dorn im Auge ist wie auch der Haushälterin Trude (Gudrun Cawello), die ihre Unterwäsche nicht mehr neben die des Pfarrers auf die Leine hängen soll, weil dies gegen den Zölibat verstoße. Brüllmeier pfuscht Hochwürden zudem massiv ins Handwerk, indem er sogar die Themen der Predigt bestimmen will. Es kommt wie es kommen muss: Die "Leiche" des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden wird ausgerechnet von Trude, der Haushälterin, in der Sakristei gefunden. Pfarrgemeinderätin Marion Herr (Iris Funk) scheint über den Vorfall nicht ganz unwissend zu sein und schleppt die Leiche, die natürlich gar keine ist, zu allem Verdruss auch noch ins Pfarrhaus. Brüllmeier kommt langsam zu sich, kann sich aber nicht mehr daran erinnern, dass er in der vergangenen Woche noch ein fieser Tyrann war, der jedem auf die Nerven ging. Sein schlampiges Liebesverhältnis zu Marion kann er überhaupt nicht glauben und will umgehend beichten, was Marion zu verhindern weiß. Bei diesen Umständen kann er schon ganz und gar nicht einer Hochzeit seiner Tochter Eva (Christina Möller) mit Marions Sohn Robert (Guido Hack) zustimmen. Dagegen hält Kathi Brüllmeier (Johanna Möller) zu ihrer Tochter und ist auch für die Heirat. Letztendlich schaffen es die vereinten Mimen doch, den Brüllmeier gefügig zu machen, so dass dem Zusammenkommen der Kinder nichts mehr im Wege steht. Eine besondere Würze erhielt das Bühnenstück dadurch, dass es in Feusdorfer Platt gespielt wurde. Für die Maske zeichnete Liesel Ganser, für die Regie Susanne Eich verantwortlich. Im "kleinen" Souffleusekasten hatte die "große Frau" Carina Möller wenig Platz und auch wenig zu tun. Was blieb, war ein begeistertes Publikum.

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