Höhe der Silos sorgt für Diskussion

Höhe der Silos sorgt für Diskussion

Silbern glänzende Silos von 30 Metern Höhe: Wer sich im Jahr 2018 der Stadt Bitburg über die B 51 aus Richtung Trier nähert, der könnte als erstes die strahlenden Silos eines Raiffeisen-Zentrums erblicken. Diesem Bauvorhaben hat der Bauausschuss gestern mit einem Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans den Weg bereitet. Doch die geplanten Höhen der Getreidesilos bereiten den Ausschussmitgliedern Sorgen.

Bitburg. Im Vorgarten der Stadt, gemeint sind zwei freie Grundstücke im Gewerbegebiet "Auf Merlick" direkt an der B 51, könnten ab 2018 mehrere Metallskulpturen stehen, die dem Betrachter ins Auge springen. Die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft will dort nicht nur einen Raiffeisenmarkt und eine Lagerhalle, sondern auch zwölf Silos und große Tanks zur Lagerung von Getreide und Flüssigdünger bauen. Die Pläne zu diesem Invest, das zwischen acht und neun Millionen Euro schwer sein soll, haben Kurt Gentges, Geschäftsführer der Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel, und Architekt Michael Jobke im Bauausschuss vorgestellt. Fest steht: Die "Sonderbauwerke" wie Silos und Tanks werden das Stadtbild , zumindest den ersten Eindruck, den man von Bitburg erhält, wenn man sich der Stadt aus Richtung Trier über die B 51 nähert, prägen. Deshalb diskutieren die Mitglieder des Bauausschusses die fünf geplanten Getreidesilos, die bis in eine Höhe von etwa 30 Metern ragen sollen, besonders leidenschaftlich.

Farbe: "Silbernes Blech glänzt", sagt Jürgen Weiler (CDU), "geht das auch in Grün?" Architekt Jobke erklärt: "Die Silos sind verzinkt und gewachst." Sie zu lackieren wäre zwar technisch möglich, aber schwierig. Doch Weiler meint, die Kreisverwaltung könne durchaus die Forderung, die Silos grün zu lackieren, stellen. "Dann fügen sie sich auch besser in die Landschaft ein."

Höhe: Weit mehr Sorge als die Farbe bereitet einigen die Höhe der geplanten Silos. 30 Meter sollen die fünf Bauwerke in den Himmel ragen. "Aber das Grundstück, das von der Daimlerstraße zur B 51 etwa zehn Meter Gefälle aufweist, eignet sich dafür, die Höhe der Silos zu kaschieren", sagt Geschäftsführer Gentges.
Die Raiffeisen hat vor, die Silotürme am tiefsten Punkt des zur B 51 abfallenden Geländes zu platzieren. "Deshalb haben wir von der Daimlerstraße aus gesehen keine 30 Meter Höhe", sagt Gentges. Das Fundament werde etwa sieben Meter unter dem Straßenniveau liegen. Dem Bauausschuss sind die Angaben und Pläne des Investors noch etwas zu unkonkret.
Die Mitglieder bestehen auf die exakte Festlegung einer maximalen Höhe. Weiler: "Wenn wir mit dem Fundament fünf bis sechs Meter unter dem Niveau der Daimlerstraße liegen, dann ist die Birne geschält."
Die Raiffeisen ist dazu bereit. Gentges sagt: "Wegen des Winddrucks ist eine möglichst tiefe Lage der Silos für uns auch von Vorteil." Zudem soll zwischen den Silos und der Bundesstraße Gehölz angepflanzt werden. Wichtig ist dem Bauausschuss eine Rückbauverpflichtung, sollte die Raiffeisen dort eines Tages den Betrieb einstellen.

Staub: Wenn Getreide vom Hänger gekippt wird, dann staubt es. Doch im geplanten Raiffeisenzentrum, so erklärt Gentges, sollen die Lastwagen und Schlepper in einer Halle be- und entladen werden. Dort werde zusätzlich eine Absaugvorrichtung mit Staubfiltern eingebaut. "Die Autohäuser und Gewerbebetriebe werden nicht durch Staub belästigt." Um sich mal ein Bild von solch einem Raiffeisen-Zentrum zu machen, hatten einige Mitglieder des Bauausschusses, darunter Bürgersmeister Joachim Kandels, ein Raiffeisen-Zentrum in Grafschaft (Landkreis Ahrweiler) besichtigt. Kandels: "Wir haben dort auch mit den Nachbarn der Raiffeisen gesprochen. Die Bedenken zur Staubentwicklung konnten ausgeräumt werden."

Gefahrstoffe: Auf dem 34 000 Quadratmeter großen Gelände möchte die Raiffeisen auch eine Tankstelle, an der Kunden mit Karte auf Kredit tanken können, sowie eine Tankstelle für Flüssigdünger errichten. Deshalb stellte Margret Berger (SPD) den Investoren die Frage, welche Gedanken sich die Raiffeisen um die Sicherheit der Gefahrstoffe mache. Gentges antwortet: "Die Anlagen werden unter strengsten Auflagen und behördlicher Kontrolle gebaut." Die Flüssigdüngertanks seien doppelwandig und der Dünger werde von oben aus den Tanks entnommen, so dass kein Gefahrstoff nach unten auslaufen könne.

Verkehr: In der Erntezeit, erklärt Geschäftsführer Gentges, könnten im Tagesverlauf etwa 125 Lastwagen und Traktoren das Raiffeisen-Zentrum ansteuern, um dort ihr Getreide abzuliefern. Einige Ausschussmitglieder befürchten, dass es im Gewerbegebiet Auf Merlick und dem Weg dorthin über die Saarstraße und die Dieselstraße mit dem zusätzlichen Lastwagen- und Traktorenverkehr ziemlich eng werden könnte. Doch Gentges sieht das anders: "In den Erntezeiten entzerrt sich die Anlieferung auf 16 Stunden täglich." Zudem werde das Raiffeisen-Zentrum nicht nur von der B 51 aus angesteuert, meint Gentges, sondern aus allen Richtungen. Stau werde es im Gewerbegebiet auch nicht geben, meint Gentges, sondern allenfalls auf dem "großen Gelände der Raiffeisen."

Planung: Nachdem der Bauausschuss am Mittwochabend die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht hat, geht er nun in die Offenlage. Wenn die Stellungnahmen dazu abgearbeitet sind, kann der Stadtrat die Änderung absegnen, womit aber erst 2017 zu rechnen ist.