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Höhere Preise unter Dach und Fach

Höhere Preise unter Dach und Fach

Es war abzusehen, dass im Zuge der Sanierung von Eishalle und Cascade-Bad eine Erhöhung der Eintritte früher oder später zum Thema wird. Rund eine Million Euro investiert die Stadt Bitburg in die beiden Baustellen. Ohne große Debatte stimmte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend der Preiserhöhung zu.

Bitburg. Gerne macht das wohl keiner. Aber wenn im Bitburger Stadtrat gleich zwei Preiserhöhungen so unaufgeregt durchgewunken werden wie am Donnerstagabend, dann herrscht wohl Einsicht in die Notwendigkeit. Immerhin gehören das große Erlebnisbad samt Sauna sowie die Eishalle zu den so genannten freiwilligen Leistungen der Stadt. Und alles, was freiwillig ist, steht in Zeiten finanzieller Engpässe besonders auf dem Prüfstand. Das ist bei der Stadt Bitburg nicht anders als im Privathaushalt einer Familie.
Grüne gegen Cascade-Preise


Dass die Preiserhöhungen, die der Stadtrat für die Eintritte von Eishalle und Cascade beschlossen hat, auch Familien treffen, die diese Einrichtungen nutzen, ist klar. Dabei hat die Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB) mbH, die beide Einrichtungen als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt betreibt, bereits darauf geachtet, dass die Erhöhung Kinder und Jugendliche am geringsten trifft. Für die Grünen im Rat ist das aber nicht ausreichend gelungen, weshalb sie sich als einzige Fraktion bei der Abstimmung zur Eishalle enthalten und beim Cascade zu dritt gegen die Preiserhöhung gestimmt haben. In den anderen Fraktionen herrschte stille Einigkeit, dass angesichts der Investitionen, die Bitburg dieses Jahr für die Sanierung der beiden Einrichtungen lockermacht (siehe Extra), kein Weg an der unpopulären Entscheidung einer Preiserhöhung vorbeiführt.
Beschlossen ist zudem, dass die Eishalle im Sommer nicht mehr von der Stadt zum Skateboardfahren und Inlineskaten hergerichtet wird. Entweder es findet sich ein Privater, der die Halle im Sommer nutzen möchte oder sie bleibt zu. Die Ideen reichen von Indoor-Minigolf über Seniorentanz bis zu Kinderspielparadies. Die BVB wurde mit der Suche nach einem Mieter beauftragt.
Meinung

Das geht alle an!
Normalerweise sind höhere Eintritte, ein Thema, wo alle dagegen sind. Auch im Bitburger Stadtrat. Dass die Preiserhöhungen für Cascade-Bad und Eishalle ohne große Debatte beschlossen wurden, zeigt, wie ernst die Lage ist: Die Stadt Bitburg ist klamm und steht spätestens seit der Ermahnung durch die Kommunalaufsicht mit dem Rücken zur Wand. Schon der Ausgleich der negativen Betriebsergebnisse der beiden Freizeiteinrichtungen drückt Jahr für Jahr (!) mit mehr als einer halben Million Euro richtig rein. Hinzu kommen die Bauarbeiten, die nun umgesetzt werden. Es geht nicht anders, als die Preise moderat - und die beschlossene Erhöhung ist sehr moderat - anzuziehen. Grundsätzlich ist es ohnehin ungerecht, dass die Stadt Bitburg allein für Eishalle und Cascade aufkommen muss, obwohl die meisten Gäste von außerhalb des Stadtgebiets kommen. Für solche Einrichtungen von überörtlicher Bedeutung müsste ein Zweckverband gegründet werden, so dass sich - zumindest in Teilen - auch der Eifelkreis und Nachbarkommunen beteiligen. Der Stadt Bitburg allein die Zahlkarte zuzuschieben, ist weder fair noch weitsichtig. Alle gehören an einen Tisch. d.schommer@volksfreund.deExtra

Die Eishalle wird für 900 000 Euro saniert, wovon die Stadt Bitburg eine halbe Million Euro bezahlt - der Rest ist Landeszuschuss. Jahresverlust: 140 000 Euro; Gäste/Jahr: 40 000 Besucher - davon 20 Prozent aus Bitburg, 30 Prozent aus dem Eifelkreis und 50 Prozent aus Nachbarkreisen und Umland; Preiserhöhung: für Kinder von 2 auf 2,40 Euro; Jugendliche: 3,50 auf 3,80 Euro; Erwachsene: 5,50 auf 5,90 Euro; Steigerung: soll 10 000 Euro/Jahr bringen (vorausgesetzt: gleichbleibende Gästezahlen). Im Cascade-Bad wird der mehr als 20 Jahre Sauna-Altbau für rund 500 000 Euro saniert. Jahresverlust: 400 000 Euro; Gäste/Jahr: 225 000 (35 000 nur Sauna) - davon 20 Prozent aus Bitburg, 45 Prozent aus dem Eifelkreis und 35 Prozent aus dem Umland; Preiserhöhung: zwei Stunden Schwimmen wird für Jugendliche von 2,90 auf 3,10 Euro erhöht; Erwachsene: von 4,80 auf 5,10 Euro; drei Stunden Sauna steigen von 13,80 auf 15,50 Euro. Steigerung: soll 93 000 Euro/Jahr mehr bringen. scho