Hoffnung bei chronischen Schmerzen

Hoffnung bei chronischen Schmerzen

Patienten mit chronischen Schmerzen werden im Krankenhaus Prüm seit März stationär mit einem neuen Therapieverfahren behandelt. Bei einem Informationsabend wurde das Programm Bürgern aus der Gegend vorgestellt.

Prüm. Ärzte schätzen, dass jeder sechste Bürger unter chronischen Schmerzen leidet. Der Bedarf an erfolgversprechenden Behandlungsmethoden ist hoch. Das St.-Joseph-Krankenhaus Prüm hat sich seit März auf die Nachfrage eingestellt und ein neues Therapieangebot eingeführt.
Nach einer Fachtagung mit 110 Ärzten stellte der Förderkreis St.-Joseph-Krankenhaus die "multimodale Schmerztherapie" beim Treffpunkt Krankenhaus auch den Bürgern vor. Wurden chronische Schmerzen bisher häufig unter einem Gesichtspunkt beispielsweise mit Medikamenten oder Physiotherapie, also gezielter Bewegungsübung, therapiert, setzt das Krankenhaus jetzt auf stationäre Behandlungen in Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen.
Das Interesse war enorm. Weit mehr als 150 Gäste gingen in der Cafeteria und sogar auf dem Flur auf Tuchfühlung, um sich vom leitenden Oberarzt der Abteilung für Anästhesie, Dr. Christian Elsen, und Dr. Joachim Nadstawek, Leiter der Schmerzambulanz der Uniklinik Bonn, über das neue Angebot informieren zu lassen.Ambulant nicht zu schaffen


"Im März haben wir den ersten Patienten aufgenommen. Die Therapie dauert zehn bis 14 Tage oder auch mehr", erklärt Elsen dem TV. Die Behandlung werde stationär vorgenommen, weil nur so eine intensive Betreuung garantiert sei. "Allein könnte niemand dieses Pensum von daheim aus schaffen", sagt er.
Ein Behandlungstag beginne mit einem Frühstück in der Cafeteria. "Damit geht es schon los. Der Patient soll mobil sein", erklärt Elsen. Danach folge ein auf die Leiden ausgerichtetes Programm aus Physiotherapie, invasiver Schmerzbehandlungen, also Infusionen oder Ähnlichem, weiteren Bewegungsbehandlungen, psychiatrischen Gesprächen und Entspannungseinheiten bis hin zu aromatherapeutischen Behandlungen. "Der Tagesplan ist anspruchsvoll. Vor der Aufnahme muss geklärt werden, ob ein Patient bereit ist, bei diesem Programm mitzuarbeiten", sagt Elsen. Es sei eben kein Wellnessaufenthalt. Die behandelbaren Schmerzsymptome seien vielfältig. "Es geht über chronische Kopf-, Gelenk- oder Rückenschmerzen bis hin zu Nervenschmerzen", fasst er nur einige der behandelbaren Leiden zusammen. Uwe Szymanski, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses, ist zufrieden: "Aktuell haben wir vier Therapieplätze und schon eine Warteliste. Wir werden wohl bald mehr Plätze einrichten." Das Krankenhaus hat 147 Betten und behandelt jährlich etwa 4900 Patienten.
Der Besucherandrang auf den Vortrag verblüffte die Förderkreisvorsitzende Ursula Hansen: "Ich bin überwältigt. Der Zuspruch zeigt, dass das Thema einen Nerv getroffen hat."Extra

Geschätzt zwölf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Schmerzen. Gezielte Schmerztherapien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Setzten Ärzte früher auf einzelne Behandlungsmethoden, zeigt sich immer deutlicher, dass eine multimodale Schmerztherapie, also eine Behandlung unter Einbeziehung vieler verschiedener Fachdisziplinen, größere Erfolge bringt. Nicht nur das St.-Joseph-Krankenhaus Prüm setzt auf diese Schmerzbehandlungen. In Trier betreiben unter anderem das Mutterhaus der Borromäerinnen ein Schmerzzentrum und die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie ein Regionalzentrum. Auch das Krankenhaus Saarburg und das Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich haben eigene Abteilungen für Schmerztherapien. affExtra

Wenn ihr rennt und hinfallt, tut das meist ziemlich weh. Das dauert aber eigentlich nicht lange und schnell geht es euch wieder gut. Es gibt aber auch Leute, denen es nicht schnell besser geht. Sie haben dann chronische Schmerzen. Chronisch meint, dass eine Krankheit nach einer Behandlung nicht einfach verschwindet. Patienten haben dann dauernd Kopfschmerzen - oder ständig ein Stechen im Rücken, den Schultern oder an jeder anderen Stelle des Körpers. Eine einfache Tablette hilft dann leider nicht. Nur nach einer ziemlich aufwendigen Behandlung geht es ihnen besser. Für jeden Kranken wird ein eigenes Programm entwickelt. Sie müssen manchmal besondere Dinge essen, andere mehr Sport treiben oder Übungen machen, die ihnen dabei helfen, sich zu entspannen. aff

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