Hohe Investitionen ins Kanalnetz

Hohe Investitionen ins Kanalnetz

Die Verbandsgemeinde Arzfeld treibt den Anschluss kleinerer Ortsteile an den Kanal weiter voran. Als nächstes soll der Lauperather Ortsteil Hölzchen angebunden werden. Zudem können Hotels und Unternehmen schon bald ihre Kunden zum halben Preis nach Waxweiler ins Schwimmbad schicken.

Arzfeld. Mehr als 90 Prozent der Haushalte in der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld sind mittlerweile an die Kanalisation angeschlossen - nach einer Vorgabe der Europäischen Union (EU) müssen es allerdings bis 2012 wirklich restlos alle Häuser sein.

Ein großes Problem für die VG, denn laut Bürgermeister Andreas Kruppert sind derzeit noch über 300 Einzelgehöfte nicht angeschlossen. "Bis 2012 werden wir das auch nicht schaffen", sagt Kruppert. Das sei in der Kürze der Zeit schon von der Planung her gar nicht leistbar. Dennoch sei die Verbandsgemeinde in der Pflicht, der EU-Vorgabe nachzukommen.

In der jüngsten Sitzung des VG-Rats wird außerdem deutlich, dass die Investitionskosten im Vergleich zu der Zahl der angeschlossenen Einwohner sehr hoch sind. Dennoch wird beschlossen, die rund 40 Einwohner des Lauperather Ortsteils Hölzchen mit einem Pumpwerk an die Kläranlage im benachbarten Ortsteil Scheidchen anzuschließen. Kostenpunkt: fast eine halbe Million Euro.

Günstiger ist die Erschließung des Kickeshausener Ortsteils Hahnenpfuhl, der mit einer Pumpstation über Neurath an die Kanalisation in Arzfeld angeschlossen werden soll. Gesamtkosten diesmal rund 145 000 Euro.

Verworfen werden die Pläne, den Weiler Langenfeld mit seinen 15 Einwohnern ebenfalls jetzt anzuschließen. Aufseiten der Verbandsgemeinde setzt man auf eine derzeit laufende Studie der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Diese soll untersuchen, wie man die EU-Vorgabe auch bei den kleinen Weilern und Einzelgehöften, die es im ländlichen Raum zuhauf gibt, umsetzen kann, ohne Investitionskosten zu haben, die in keinem Verhältnis zur Anzahl der Einwohner stehen - gerade auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung.

Badegäste von Neuerburg nach Waxweiler locken



Auch in einem zweiten Tagesordnungspunkt stand das Wasser im Mittelpunkt. Diesmal aber nicht das im Kanal, sondern das im Schwimmbecken. Der VG-Rat hat beschlossen, dass Firmen und Hotelbetriebe so bald wie möglich ein Kontingent von 100 Eintrittskarten für das Schwimmbad in Waxweiler zum halben Preis erwerben können." Diese Karten können sie dann an ihre Mitarbeiter oder Kunden verschenken.

"Damit können wir ganz einfach unser Schwimmbad in Waxweiler stärken und Leute dorthin leiten, die sonst vielleicht nach Neuerburg gehen würden. Die Karten sollen jeweils für zwei Jahre gültig sein, also für 2010 und 2011. Nach der Freibad-Saison im Herbst soll dann überprüft werden, wie die Aktion gelaufen ist. "Das ist wirklich eine schöne Aktion, mit der wir Waxweiler stärken können", sagte Wolfgang André (Grüne). Nun soll der Beschluss mit Hochdruck umgesetzt werden, wie Bürgermeister Kruppert betont.

Ebenfalls noch in diesem Herbst soll der Radweg von Lünebach über Arzfeld nach Neuerburg asphaltiert werden. Nachdem der Rat den entsprechenden Beschluss bereits im April gefasst hatte (der TV berichtete) wurde jetzt der geplante Ablauf vorgestellt. Demnach kann Mitte September mit den Arbeiten begonnen werden, die rund vier Wochen dauern sollen. Der Ausbau wird insgesamt etwas über eine Million Euro kosten, von denen 70 Prozent vom Land gefördert werden.