Hohe Kampfkunst aus Fernost

Prüm im Zeichen fernöstlichen Kampfsportarten: Auf Einladung des Karate-Vereins Sandokan haben Besucher das ganze Wochenende über in die alten Künste hineingeschnuppert. Dazu standen die Karolingerhalle und das Fit-Fight-Fun-Center am Stadtwald offen.

Körperspannung, Karate-Anzüge und Trommeln gehörten bei der Kampfsport-Gala in Prüm dazu. TV-Foto: Pascal Crombach

Prüm. (pas) Höhepunkt des Kampfsport-Wochenendes in Prüm war die Gala des Karate-Vereins Sandokan in der Karolingerhalle. Traditionell begann die Vorstellung mit einem Trommel-Intermezzo. "Taiko" heißt das japanische Kampftrommeln, auch Kodo-Trommeln genannt. Mit kräftigen und schnellen Rhythmen stimmten die Trommler die Zuschauer auf das Programm ein. Es folgte eine Karate-Vorstellung, bei der verschiedene Schläge und Tritt-Kombinationen gezeigt wurden. Um dem Zuschauer besser zu veranschaulichen, was dort in der kurzen Zeit an Schlägen und Bewegungen vorkam, führten die Sportler diese Übung auch noch einmal amüsanterweise in Zeitlupe vor. Um die Kraft der Schläge bei solchen Kämpfen zu demonstrieren, wurden die obligatorischen Holz-Platten fein säuberlich zertreten, zerschlagen und zerlegt.Beim japanischen Schwertkampf "Kenjutsu" nutzten die Sportler zum einen Holzschwerter, um damit Kämpfe zu simulieren. Sie setzten aber auch echte Klingen ein. Mit diesen so genannten "Katanas" (Samurai-Schwerter) zerteilten sie zusammengerollte Holzfaser-Matten präzise. Mit Waffen-Kämpfen ging es auch gleich weiter: Beim "Kobudo" kommen Waffen japanischer Bauern zum Einsatz.Die nächste Darbietung war sowohl schön als auch gefährlich: eine Vorstellung des "Capoeira", eines brasilianischen Kampf-Tanzes. Auch vorgeführt wurde "Kalaripayatt", eine Form, bei der Kampf- und Heilkünste kombiniert werden.Etwas friedlicher, jedoch keinesfalls weniger interessant, waren die Hip-Hop-Tänze.Neue Mitglieder jederzeit willkommen

1978 hatte Peter Stein den Karate-Verein Sandokan gegründet. Stein trägt den Rang "Sensei" (Meister) und hat den vierten "Dan". So bezeichnet man die Gürtel-Ränge von eins bis zehn. Stein ist wiederum der Schüler von Dieter Haas. Dieser hat den Rang "Shihan", zu übersetzen mit Lehrmeister, Experte, Vorbild. Haas trägt den siebten Dan.Das "Dojo", also das Trainingsgebäude des Vereins, ist das Fit-Fight-Fun-Center am Stadtwald in Prüm. Neben Prüm hat der Verein noch Niederlassungen in Schönecken, Gerolstein und Jünkerath. Sandokan hat derzeit 45 Mitglieder. Beitreten kann jeder im Alter von vier bis 99 Jahren. Die Karate-Form, die im Verein praktiziert wird, nennt man "San-Do". Diese "drei Wege" sind Gesundheit, Selbstverteidigung und Charakterschulung. Wer Interesse an fernöstlichen Kampf-Techniken bekommen hat, kann sich an Peter Stein (Telefon 06551/2525) oder Dieter Haas (Telefon 02161/648660) wenden.