Holzfäller-Romantik

Holzfällen war in früheren Jahren eine schwere Arbeit, ohne Motorsäge und Seilwanne, aber auch heutzutage ist es immer noch beschwerlich: Voller Körpereinsatz wird verlangt.

Bitburg. (red) Viele Bauern in der Eifel sind im Winter im Wald, um den Bestand auszuforsten oder für Brennholz zu sorgen. Aber immer öfter kann man in den vergangenen Jahren in den Eifelwäldern Holzfäller aus östlichen Ländern bei der Arbeit sehen. Sie arbeiten wesentlich billiger als die Deutschen, außerdem sind sie bereit, bei Wind und Wetter diese schwere Arbeit zu machen, die man der heutigen Jugend ja nicht mehr zumuten kann. Sie nehmen dabei auch in Kauf, für Monate von der Familie getrennt zu sein. So konnte ich persönlich beobachten, wie slowakische Holzfäller arbeiten, ein bisschen romantisch geht es dabei auch noch zu. Obwohl es geschneit hatte und die Temperaturen im Minusbereich waren, konnte sie das nicht abhalten, pünktlich mit der Arbeit anzufangen. Ein Tannenwald sollte ausgeforstet werden, fünf Männer mit zwei Pferden und einem Traktor gingen zu Werke. Die Bäume absägen, entasten, dann kommen die Pferde zum Einsatz. Sie schleppen die gefällten Bäume aus dem steilen Hang auf den Waldweg. Meistens sind es zwei Bäume, die sie gleichzeitig ziehen. Auf dem Weg angekommen, werden die Bäume abgehängt, und wieder geht es den Berg hinauf. Nun kommt der Traktor zum Einsatz, er transportiert die Bäume und stapelt sie auf. Es ist sehr interessant, die Männer und die Pferde zu beobachten. Ein eingespieltes Team - die Pferde wissen genau, was sie zu tun haben. Zwölf Uhr, Mittagszeit. Zeit, eine Pause zu machen für Mensch und Tier, natürlich muss man ja mal was essen. Zuerst werden die Pferde versorgt, es gibt Haferschrot und Wasser, dann sind sie zufrieden. Aber was essen die Männer? Etwas Warmes wäre ja sehr gut bei dem Wetter, aber wie soll das gehen hier mitten im Wald? Ich kam aus dem Stauen nicht heraus: Zuerst sammelten alle trockenes Reisigholz, etwas Benzin dazu, und ruck zuck hatten sie ein Feuer am Brennen, ein paar Baumstämme dienten als Sitzgelegenheit. Dann packten sie die Taschen aus, Thermoskanne mit Tee oder Kaffee, trockenes Brot und ein paar Scheiben Speckfleisch. Der Speck wurde aufgespießt und im Feuer geröstet. Einer hatte eine Büchse mit Bohnensuppe dabei. Mit dem Messer war der Deckel schnell geöffnet. Einen Stock etwa fünf Zentimeter gespalten, auf den aufgeklappten Deckel stecken, schon konnte er die Bohnensuppe ebenfalls über dem Feuer aufwärmen. Über so viel Einfallsreichtum war ich sehr angetan - es geht auch anders, ohne viel Komfort und Luxus. Ganz zufrieden saßen die Männer am Feuer und stärkten sich. Viel Wärme gab es zwar nicht, aber es reichte, um das Essen warm zu machen und etwas Romantik aufkommen zu lassen. Hildegard Weiland, Übereisenbach