Holzhunger und die Folgen

BITBURG. (red) Die beherrschenden Themen der Mitgliederversammlung des Waldbauvereins Bitburg war die große Nachfrage nach Holz – sowohl für den Nutzholzbereich als auch für die energetische Verwertung.

Das Interesse der Waldbesitzer an ihren Wäldern nimmt deutlich zu. Mehr als 160 Mitglieder waren der Einladung zur Versammlung des Waldbauvereins Bitburg gefolgt. Vorsitzender Johann Kohnen berichtete, dass der Verein das Leistungsspektrum für seine Mitglieder erweitern möchte. Nach dem regionalen Kataster für Waldenergie- und Nutzholz, das vom Waldbauverein im Rahmen von "Regionen Aktiv - Land gestaltet Zukunft" in Auftrag gegeben wurde, seien die Holzvorräte höher und die Nutzungsmöglichkeiten vielseitiger als erwartet. "Um den zukünftigen Anforderungen der privaten Waldbewirtschaftung gerecht zu werden, muss sich der Waldbauverein zu einem professionellen Dienstleistungsunternehmen in der ländlichen Region entwickeln", sagte er. Die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Ute Seeling, referierte zu dem Thema "Die Nachfrage nach Holz steigt - welche Rolle kommt forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen zu?" Große Chancen sieht sie für die 2,1 Millionen Privatwaldbesitzer in Deutschland, die fünf Millionen Hektar Wald bewirtschaften. Der Einschlag von Stamm- und Industrieholz sei von 2001 bis 2003 kontinuierlich angestiegen und habe im Jahr 2004 den höchsten Einschlag seit 1995 erreicht. Bei den Holzabnehmern sei ein "Holzhunger" spürbar. Eine umfassende Kompetenz des Waldbauvereins in der Bewirtschaftung des Privatwalds sei zukünftig die Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit in der Holzmobilisierung und Vermarktung. Bernd Wippel stellte in seinem Vortrag "Holzmobilisierung im Kleinprivatwald - Pilotprojekt in Trägerschaft des Waldbauvereins Bitburg" die Maßnahmen im vom Holzabsatzfonds geförderten Projekt "Eifel Wald und Holz aktiv" vor. Die Durchführung in der Praxis wurde am Beispiel des Privatwalds in der Gemarkung Schleid dargestellt. Das Projekt verlief für die Waldbesitzer positiv. Kreisbeigeordneter Hermann Marx, der Landrat Graef vertrat, sagte: "Der Wald ist Menschenwerk, und deshalb ist es eine Kulturaufgabe, den Wald so zu erhalten, dass er weiterhin seinen vielfältigen Funktionen nachkommen kann." Hierbei komme den Waldbauvereinen eine entscheidende Rolle zu. Es sei deshalb besonders erfreulich, den Waldbauverein Bitburg bei der "Zukunftsinitiative Eifel" mit im Boot zu haben. Der Vertreter von Landesforsten Rheinland-Pfalz, Hubertus Mauerhof, war besonders erfreut, dass im Projekt "Eifel Wald und Holz Aktiv" die verschiedenen Akteure wie der Waldbauverein, der Holzabsatzfonds und Landesforsten Rheinland-Pfalz sowie ein Beratungsbüro gut zusammenarbeiten. In seinem Geschäftsbericht führte Geschäftsführer Elmar Franzen aus, dass im zurückliegenden Jahr 19 931 Festmeter Holz aus dem Privatwald vermarktet wurden. Die Höhe der Zuwendungen, die den Waldbesitzern für Aufforstungen, Jungbestandspflege, Waldwegebau und Wertästungen zugeflossen sind, betrug 83 942 Euro. /no