Honigspur und Knopfauge

Der Eifelpark in Gondorf (Verbandsgemeinde Bitburg-Land) hat Zuwachs bekommen. Drei Bären aus Süddeutschland wohnen neuerdings in der Bärenschlucht.

Gondorf. Braun ist er und kuschelig. Mit dunklen Knopfaugen. Elisa hält ihren Stoffbären fest im Arm. "Das ist Bruno", sagt die Vierjährige aus Bitburg, während sie mit ihren Eltern zur Bärenschlucht des Eifelparks läuft. "Die Bären, die gleich kommen, sind aber viiiiel größer als Bruno und seeehr gefährlich", erzählt sie mit leuchtenden Augen.Zuschauer beobachten das Ankunftsspektakel

Ebenso wie Elisa sind etliche Zuschauer in den Eifelpark nach Gondorf gekommen, um das Ankunftsspektakel der drei neuen Bären zu beobachten. Ein Raunen geht durch die Menge, als der Bär in seinem Holzkäfig zum ersten Mal hinter den Gitterstäben zu sehen ist. Fotografen und Filmteams drängen sich um das Tier. Mit einem Gabelstapler geht es dann vorsichtig in Richtung Schlafstall. Das Prozedere wiederholt sich noch zweimal. Dann sind alle drei Bären - zwei davon Weibchen - in der Schlafstelle. Von schlafen kann jedoch nicht die Rede sein. Sie toben herum, rütteln am verschlossenen Tor. Als sich das öffnet, saust die erste Bärendame aufgeregt heraus, dreht eine Runde vor den Augen der Zuschauer und sucht schnell das Weite. Etwas zögerlich kommt als nächstes der stattliche Bär mit seinen etwa 280 Kilo heraus. Als schließlich auch die zweite Bärendame ins Gehege darf, suchen sich die beiden ein gemütliches Plätzchen, das sie ganz für sich haben - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. "Dabei hatten wir extra eine Honigspur gelegt, damit die Bären so herauslaufen, dass die Zuschauer auch etwas zu sehen bekommen", sagt Eifelpark-Inhaber Bernd Capellen.Die neuen Tiere werden in der ersten Zeit noch von den beiden alten Bären Ben und Maja getrennt gehalten. Sie können sich lediglich durch einen Zaun beschnuppern. "Das kann schon sein, dass die Bären sich nicht auf Anhieb verstehen", sagt Tierparkleiter Hans Burgstaller. Dieses Verhältnis soll sich aber schnell verbessern. "Wir rechnen fest damit, dass es bald Nachwuchs im Eifelpark gibt", sagt Capellen.Auch wenn sich bereits viele als künftige Paten und Namensgeber der Bären angeboten haben, sind die Tiere zurzeit noch namenlos. Der Inhaber des Tierparks verfolgt einen sehr exklusiven Plan. Er führt Verhandlungen mit einem der bekanntesten deutschen Politiker - Klaus Wowereit, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin. "Als die Bärenschlucht im Eifelpark 1969 eröffnet worden war, hatten die Stadt Berlin und der damalige Bürgermeister Klaus Schütz die Patenschaft übernommen", erzählt der Eifelpark-Chef. "Bruno ist aber ein viel schönerer Name als Klaus", sagt die kleine Elisa und drückt ihren Stoffbären ganz fest an sich.

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