Horst Heinz aus Preist ist mit Traktor und Schäferwagen bis nach Rom

Pilgerreise : Mit dem Schäferwagen zum Hirten

Horst Heinz aus Preist ist mit Traktor und Schäferwagen bis nach Rom gefahren, um den Papst zu treffen. Bis zum Petersplatz hat er es mit dem Gespann nicht geschafft. Von seiner Reise habe er aber viel zu erzählen.

Viele Wege führen nach Rom, sagt ein altes Sprichwort. Einen ganz besonderen Weg hat Horst Heinz aus Preist gewählt. Er ist mit einem landwirtschaftlichen Schlepper und einem selbst gebauten Schäferwagen den weiten Weg nach Rom gefahren. Fast bis auf den Petersplatz zum Papst.

Aber von Anfang an: Die Idee nach Rom zu fahren, kam ihm erst, nachdem er vor zwei Jahren mit dem Traktor schon nach Griechenland gefahren war. Über die Alpen bis nach Venedig, von dort aus mit der Fähre bis nach Patras und schließlich die restlichen 350 Kilometer bis nach Koroni, wo der Eifeler Rentner drei Wochen Urlaub mit seinem ungewöhnlichen Gefährt verbrachte.

Durch diese Reise auf den Geschmack gekommen, sollte es nun nach Rom gehen. „Mit dem Schäferwagen auf den Petersplatz“, so war die Vorstellung des aktiven Manns, der sein Alter mit „fast 80“ angibt. Gerne hätte er sogar den Papst in dem von ihm original nachgebauten kleinen Wohnanhänger begrüßt.

Im Herbst des vergangenen Jahres schrieb Heinz das Pilgerzentrum in Rom an, um seinen Wunsch vorzutragen. Doch machte man ihm dort wenig Hoffnung, dass er es bis zu seinem Wunschziel schaffen würde. Die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei seien zu groß.

Für Horst Heinz aber kein Grund, seine Pläne aufzugeben. „Ob ich auf den Petersplatz komme oder nicht, ich fahre nach Rom!“, entschied er und machte sich Anfang Juni auf den langen Weg. Durch Schneelandschaften hindurch, teilweise bei strömendem Regen, passierte Heinz den St. Gotthard-Pass in Richtung Comer See. Nach einer beschwerlichen Strecke rauf und runter durch die Toscana kam er schließlich auf einem Campingplatz nahe Rom an. Dort machte er sich zunächst mit Bus und Bahn auf den Weg nach Rom und suchte das Pilgerzentrum auf. Die Idee, mit dem Schäferwagen zum „Hirten“ zu fahren, kam bei den Priestern dort gut an. Doch sah man erneut keine Chance, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Horst Heinz ist aber niemand, der schnell aufgibt. Und so schmiedete er den Plan, es nachts zu versuchen, wenn die römischen Straßen noch wenig befahren sind. Gesagt, getan, um halb zwei warf er den Dieselmotor an und tuckerte los. In Rom kam er bis zur Engelsburg, die in der Nähe des Petersdoms liegt. Ein erster Versuch, auf den großen Platz zu gelangen scheiterte, weil Heinz sich hoffnungslos in den römischen Gassen verfuhr. Irgendwann kam er wieder zur Engelsburg und dann weiter in Richtung seines Ziels. Doch kurz davor war Schluss. Die Polizei hatte Barrieren aufgestellt. Und so mutig war der Eifeler Rentner dann doch nicht, dass er diese zur Seite geräumt hätte.

Also kehrte er nach einer abenteuerlichen Irr-Fahrt mit Trecker und Schäferwagen kreuz und quer durch die italienische Hauptstadt wieder zurück zum Campingplatz.

Früh am Mittwochmorgen, dem Tag der wöchentlichen Papstaudienz fuhr er wieder mit der Bahn nach Rom und kam schließlich zu Fuß auf den Petersplatz. Nach zwei Stunden Wartezeit war es soweit: Papst Franziskus zeigte sich in seinem Papa-Mobil den Menschen. „Das ging viel zu schnell“, sagt Horst Heinz. Er konnte immerhin einen kleinen Blick auf den katholischen Oberhirten erhaschen, dann war es schon vorbei.

Einen Tag blieb Heinz noch auf dem Campingplatz, bevor es wieder zurück in die Eifel ging. In der Nähe von Pisa musste noch ein Reifen geflickt werden. Doch die Heimreise ging schließlich gut und er kam heile bei seiner Frau, die daheim in Preist auf ihn gewartet hatte, wieder an. Insgesamt war Heinz fast einen Monat unterwegs. Übernachtet hat er selten auf Campingplätzen, meist „auf dem Acker“. Was mit einem Traktor auch ganz gut funktioniert. Sein Schlepper fährt 30 Kilometer in der Stunde. Das findet Heinz recht schnell. „Das ist besser als 20 Kilometer in der Stunde“, sagt er lachend. Den originalgetreuen Schäferwagen hat er vor zwei Jahren mit einem befreundeten Schreiner gebaut. Viel Luxus bietet dieser nicht. Ein Bett mit einer knapp bemessenen Länge und eine Sitzbank bilden das Interieur.

Mit diesem Gespann hat sich Horst Heinz auf die lange Reise gemacht. Foto: TV/Horst Heinz
Der Petersdom in Sicht, aber für Horst Heinz mit seinem Schäferwagen geht es hier nicht mehr weiter. Foto: TV/Horst Heinz

Ob er eine solche Reise noch mal machen würde? „Nein“, sagt Horst Heinz entschieden. Zumindest nicht alleine, räumt er ein. Aber vielleicht mit seinem Freund, dem Schreiner, nach Lourdes. Das wäre noch möglich.

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