Hotel am Park: Investor legt Konzept vor

Hotel am Park: Investor legt Konzept vor

Joop van Bekkum, einer von zwei niederländischen Kaufinteressenten für das wiederholt insolvente Hotel am Park in Stadtkyll (der TV berichtete), hat dem Ortsgemeinderat am Mittwoch sein Konzept für das Haus vorgestellt. Die Fraktionen zeigten sich zufrieden.

Nach wie vor sind zwei Interessenten im Rennen um das insolvente Hotel am Park mit dem angeschlossenen Freizeitbad Vulkamar in der Stadtkyller Kurallee: die Niederländer Frans Tol und Joop van Bekkum. Van Bekkum stellte in der Sitzung am Mittwoch dem Ortsgemeinderat vor, was er mit der Immobilie vorhat, sofern ihm Insolvenzverwalter Oliver Brand den Zuschlag erteilt.

Mitbewerber Tol hatte den Fraktionen im Januar seine Pläne dargelegt - allerdings ohne Berichterstatter zuzulassen. Wie aus den Reihen des Rats zu erfahren war, wolle er bis zu 13 Millionen Euro ausgeben - und von der Gemeinde und privaten Anliegern etliche Flächen haben, auf denen zusätzliche Bauten entstehen sollen, darunter den Kurpark und das ehemalige Kindergarten-Grundstück. Auch die Parkplätze vor der Arztpraxis in der Kurallee würden dann den Besitzer wechseln. Dazu müsste der Rat allerdings Änderungen im Bebauungsplan zulassen.

Das Konzept von Joop van Bekkum sieht neben dem Kaufpreis von etwa 1,3 Millionen Euro weitere Ausgaben in Höhe von rund sieben Millionen Euro vor - und wäre ohne Änderung im Bebauungsplan zu verwirklichen.

Angebote sollen auch für Bürger offenstehen



Er will unter anderem den Eingang von der Auelstraße deutlich offener gestalten, mehrere Restaurants einrichten, einen Freizeitbereich mit Golf-Simulation und ein "Wellness"-Angebot schaffen sowie ein Parkhaus mit 35 Stellflächen integrieren. Auch für die Bürger sollen alle Angebote des Hauses offenstehen: "Das ist unsere erste Zielgruppe."

Van Bekkum erhielt deutlichen Zuspruch von den beiden im Rat vertretenen Fraktionen (FBL und FWG). Zumal er keine Antwort schuldig geblieben sei, wie Helmut Simon (FWG) gegenüber dem TV bestätigt. "Er hat auch ein Finanzierungskonzept, das ich bei Tol vermisst habe." Dieser habe dazu nichts Konkretes sagen wollen -"trotz mehrfacher Nachfragen".

Für die FBL scheint van Bekkum ebenfalls der richtige Mann: "Mir wäre am liebsten, er bekommt es. Was der andere vorhat, ist kaum zu bewerkstelligen", sagt Peter Linden. Auch Ortsbürgermeister Harald Schmitz macht keinen Hehl aus seiner Überzeugung: "Ich hoffe sehr, Herr van Bekkum, dass ich Sie in Kürze zum Notar begleiten darf."

Noch ist aber nicht entschieden, welcher Investor für die Immobilie den Zuschlag erhält: Insolvenzverwalter Oliver Brand und sein Partner, Unternehmensberater Andreas Becker, geben gegenüber dem TV an, dass sie von beiden Interessenten nun einen Kapitalnachweis erwarten.

Diesen habe bislang noch keiner vorgelegt. Becker: "Wir gehen sofort zum Notar, wenn einer eine belastbare Erklärung vorgelegt hat."

Meinung

Die Glaubensfrage

Die Stadtkyller und "ihr" Hotel am Park: eine Geschichte voller Pleiten. Das lag meist nicht an fehlenden Umsätzen: Wären alle Betreiber seriös gewesen, hätte das Haus nicht mehrfach in die Insolvenz geraten müssen. Deshalb gilt in der aktuellen Situation nur eins: Welchem Kaufinteressenten soll man glauben? Wer plant realistisch, wer baut Luftschlösser? Auch die Sitzung am Mittwoch hat noch keinen endgültigen Aufschluss darüber gegeben, welcher der beiden Bewerber vertrauenswürdiger ist. Daher gilt es, die wenigen Zeichen zu deuten, die man bekommt. Und da hat Joop van Bekkum zumindest gepunktet: Erstens, weil er im Gegensatz zum Mitbewerber kein Problem damit hat, Öffentlichkeit zuzulassen. Zweitens, weil er den Fraktionen alle Fragen beantwortete. Und drittens, weil er von der Gemeinde nicht mehr zusätzliche Grundstücke haben will, als diese herzugeben bereit ist. Für die Ratsfraktionen bleibt dies ein wichtiger Hebel, mit dem sie dort Projekte unterstützen oder unterbinden können. Das heißt aber noch lange nicht, dass Insolvenzverwalter Oliver Brand nun auch mit van Bekkum zum Notar gehen wird, denn auch dieser muss nachweisen, dass er über die nötigen Mittel verfügt. Auch der Zuspruch aus der Gemeinde muss Brand nicht jucken: Sein Auftrag besteht darin, das Hotel zu verkaufen. Was danach passiert, kann ihm egal sein. Und unter Druck setzen lässt er sich schon gar nicht, das hat er immer wieder klargestellt. Was bleibt den Stadtkyllern? Nur die Zuschauerrolle - wie so oft. fp.linden@volksfreund.de