Hotel am Park Stadtkyll: Der Friedensschluss im Hochzeitszimmer

Die meisten Eigentümer der Apartments im geschlossenen Hotel am Park Stadtkyll sind offenbar bereit, ihre Einheiten zu verkaufen: So lautet das Ergebnis der Zusammenkunft am Samstag in Birgel (der TV berichtete).

 Großer Bau mit ungewisser Zukunft: Das seit vier Jahren geschlossene Hotel am Park in der Kurallee von Stadtkyll. TV-Foto: Fritz-Peter Linden

Großer Bau mit ungewisser Zukunft: Das seit vier Jahren geschlossene Hotel am Park in der Kurallee von Stadtkyll. TV-Foto: Fritz-Peter Linden

Stadtkyll/Birgel. Vielleicht war ja einfach der Ort richtig gewählt, wenn man das Ergebnis betrachtet: Im Hochzeitszimmer der Birgeler Mühle trafen sich am Samstag knapp die Hälfte der verbliebenen rund 60 Apartment-Eigentümer des seit vier Jahren insolventen Hotel am Park, um über die Zukunft des geschlossenen Hauses zu sprechen.

Eingeladen hatte Mühlen-Hausherr Erwin Spohr, der von der Eigentümergemeinschaft auch als Hausverwalter des geschlossenen Hotels eingesetzt wurde. Ebenfalls dabei: Insolvenzverwalter Oliver Brand aus Trier, dessen Partner, der Unternehmensberater Andreas Becker, und der Stadtkyller Ortsbürgermeister Harald Schmitz.

Schweigen über Investor



Am Ende waren sich alle - darunter einige, die als Vertreter nicht anwesender Eigentümer angereist waren - darin einig, dass sie ihre Apartments an einen Investor verkaufen wollen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre eine wesentliche Hürde genommen, die bislang einer besseren Zukunft des Hotels im Weg stand. Denn der inzwischen auf den Plan getretene Interessent braucht sämtliche Räume, um sein Vorhaben umsetzen zu können.

Vorerst haben die Beteiligten Schweigen über den Investor und sein Vorhaben vereinbart. Dennoch scheint dieser eine Lösung zu bieten, bei der alle Einheiten des Gebäudekomplexes - Hotel, Restaurant, Wirtshaus und vor allem das Freizeitbad Vulkamar - wieder genutzt würden.

Insolvenzverwalter Oliver Brand zeigte sich im Anschluss hochzufrieden: Die Runde habe "nach kräftiger Aussprache eine Wende zum offenen, guten und konstruktiven Meinungsaustausch genommen. Es war eine sehr informative und erfolgreiche Versammlung. Weil die überwiegende Mehrheit der Eigentümer nun bereit ist, sich an dieser Lösung zu beteiligen." Deshalb denke er, "dass wir einen gehörigen Schritt nach vorn getan haben".

Unter den Anwesenden seien zudem einige gewesen, die bislang einem Verkauf ihrer Apartments noch skeptisch gegenübergestanden hätten. Auch Gastgeber Erwin Spohr, der mittlerweile mehr als ein Dutzend der 90 Apartments kontrolliert, habe klar für den Verkauf geworben (Spohr war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen).

Weitere Gespräche folgen



"Von daher bin ich jetzt vorsichtig optimistisch", sagt Oliver Brand, "dass es uns tatsächlich gelingen wird, alle Eigentümer zu einen." Soweit bekannt, ist derzeit nur noch ein einziger übrig, der bisher nicht zum Verkauf zu überreden war. Dieser Eigentümer habe aber an der Zusammenkunft nicht teilgenommen.

Sehr zufrieden zeigte sich auch Ortsbürgermeister Harald Schmitz, zumal sich die zuletzt eher als Kontrahenten aufgetretenen Herren Brand und Spohr wieder vertragen hätten: "Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber: Miteinander sprechen ist mal wieder die Devise gewesen. Das war der auslösende Punkt."

Über den Preis für die Apartments wollen die Beteiligten ebenfalls keine Angaben machen. Es ist aber längst bekannt, dass er nur noch einen sehr geringen Bruchteil des ursprünglichen Werts der Einheiten betragen wird, die vor dem Bau des Hotels im Jahr 1991 für Summen zwischen 60 000 und 75 000 Euro an den Mann gebracht worden waren.

Als Nächstes, sagt Oliver Brand, gehe man unter anderem in die weiteren Gespräche mit Investor, Kreissparkasse und Kommunalverwaltung. Wenn alles funktioniere und der offensichtliche Wunschkandidat aller Beteiligten sein Vorhaben umsetzen könne, "dann wäre das die Quadratur des Kreises".