Hubschrauber fliegen landesweit um Schäden durch Borkenkäfer zu erfassen in Rheinland-Pfalz

Kostenpflichtiger Inhalt: Umweltschutz : Im Zickzackkurs über die Kronen – Hubschrauber erfassen Schäden durch Borkenkäfer

Mit Hubschraubern werden landesweit die Wälder überflogen, um die Schäden durch Borkenkäfer zu erfassen.

Patrick Gollnhuber ist sich sicher: „Noch so ein trockener Sommer und vom Wald ist nicht mehr viel übrig.“ Der Hubschrauberpilot aus Österreich ist viel in der Luft und überfliegt in diesen Tagen gemeinsam mit Paul Buchner die Wälder des Eifelkreises. Die beiden Männer bilden eines von mehreren Teams, die derzeit im Auftrag des Landesforsten im Luftraum über Rheinland-Pfalz im Einsatz sind. In einem engen Raster fliegen sie über Baumkronen und halten Ausschau nach von Borkenkäfern befallenen Bäumen. Von jedem kranken Baum werden die Koordinaten erfasst und diese dann an die zuständigen Forstämter weitergeleitet.

„Ich würde sagen, dass wir dabei die sichtbar betroffenen Bäume  auch zu 99 Prozent erfassen können“, sagt Gollnhuber, der mit seinem Hubschrauber am gestrigen Freitagmittag an einem Waldrand bei Neidenbach einen Zwischenstopp  eingelegt hat, um dort Mitarbeitern der drei Forstämter Bitburg, Prüm und Neuerburg die Vorgehensweise zu demonstrieren. Bislang kamen über den Baumkronen des Eifelkreises zur Borkenkäferbekämpfung nur Drohnen zum Einsatz. Nun folgt der Hubschrauber.

Gegenüber der Drohne hat der Hubschrauber den Vorteil, dass die Ausbeute deutlich höher ist. Während mit der Drohne laut Forstamt maximal bis zu 100 Hektar pro Stunde überflogen und überprüft werden können, sind es beim Hubschraubereinsatz nach Auskunft des Piloten zwischen 600 und 700 Hektar pro Stunde. Dafür aber ist der Einsatz des Helikopters extrem teuer. Ein regelmäßiger Kontrollflug ist deshalb allein aus Kostengründen unwahrscheinlich.

Patrick Gollnhuber (rechts) und Paul Bucher überfliegen die Wälder in einem Raster und erfassen so die betroffenen Bäume. Foto: Uwe Hentschel
Pilot Patrick Gollnhuber (rechts) und sein Kollege Paul Bucher überfliegen die Wälder in einem Raster und erfassen so die betroffenen Bäume. Foto: Uwe Hentschel

Für die Leiter der Forstämter Bitburg (Jürgen Weis), Prüm (Peter Wind) und Neuerburg (Olaf Böhmer) ist diese regelmäßige Kontrolle des Waldbestands aber wichtig, um die Borkenkäfer-Entwicklung im Auge zu behalten. Sie begrüßen den landesweiten Einsatz von Helikoptern, sehen die Daten, die dabei erfasst werden, letztlich aber auch nur als eine Momentaufnahme. Um die Entwicklung der Schäden im Auge zu halten, sei deshalb der regelmäßige Einsatz von Drohnen unverzichtbar. Im Eifelkreis ist das Bitburger derzeit das einzige der drei Forstämter, das über eine eigene Drohne verfügt.

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