"Huch, eine Kamera!"

Bitburg . (dj) Geschichten von Menschen aus dem Clemens-August-Krankenhaus – die erzählt Wolfgang Dürr in seiner vierteiligen Doku-Serie. Der Südwestrundfunk (SWR) wird die Bitburger Krankenhausserie voraussichtlich im September freitags um 18.15 Uhr ausstrahlen.

Der Rettungswagen trifft mit Tatütata ein. Von Anfang Juni bis Ende August sind Dürr und sein Kameramann Ralf Gemmecke im Bitburger Krankenhaus unterwegs, um interessante Geschichten und die Gesichter, die dahinter stecken, zu filmen. Etwa 30 Drehtage haben die beiden veranschlagt. Genauso viele Tage wird es in Anspruch nehmen, die gedrehten 4000 Minuten zu schneiden, und zehn weitere Tage, den Text zu verfassen und aufzunehmen."Fast alle Türen stehen uns offen"

Als Dürr auf die Suche nach einem geeigneten Krankenhaus ging, hatte er folgenden Wunschzettel: mittelgroß sollte es sein, in Rheinland-Pfalz liegen, über ein großes Einzugsgebiet verfügen und eine Krankenhausleitung haben, die seinem Projekt wohlwollend gegenüber steht. In Bitburg hat er all dieses gefunden. "Fast alle Zimmer stehen uns offen", sagt er. Hinter viele Türe hat er schon schauen können und dabei so manch interessanten Filmstoff gefunden. Natürlich gehört es für Bitburger Patienten und Mitarbeiter nicht zum Alltag, gefilmt zu werden. "Anfangs haben viele erschrocken ‚Huch' geschrieen, als sie unsere Kamera entdeckt haben. Mit der Zeit haben sich aber alle an uns gewöhnt", sagt Wolfgang Dürr lachend. "Ich möchte keine gestellten Szenen, sondern den echten Alltag", erklärt Dürr. Um diesen für die Zuschauer spannend darstellen zu können, hat er Protagonisten gesucht, an denen er seine Reportage aufhängt. Da ist beispielsweise die junge Assistenzärztin, die erst seit kurzer Zeit im Clemens-August-Krankenhaus arbeitet "und der wir bei Untersuchungen über die Schulter schauen", berichtet Ralf Gemmecke. Gemeinsam mit ihr haben die beiden auch eine Nachtschicht absolviert. "Das ist das Spannende an unserem Job: Man weiß nie, was passiert und ob sich der nächtliche Einsatz auch lohnt", erzählt er. Die Ärztin begleiteten die beiden auch bei ihrer Wohnungssuche, denn das Krankenhaus soll nicht der einzige Schauplatz der Serie sein. Als weiterer Protagonist konnte ein Patient gewonnen werden, der vor einer Hüft-Operation stand. Er wurde vor, während und nach dem Eingriff gefilmt und "wird sicher noch einen Besuch von uns in der Reha-Klinik bekommen", erklärt Dürr. Auch die angehende Krankenschwester Olga Ahlert wird sich im September im Fernsehen bewundern können. Das Fernsehteam begleitete sie bei ihren Prüfungen. "Heute Morgen waren wir um halb sechs hier, um sie vor ihrer praktischen Prüfung zu interviewen", berichtet Gemmecke. Und auch gleich nach dem ersten Teil ihres Examens wurden Schülerin und Prüferinnen von beiden empfangen, um vor der Kamera erste Eindrücke zu schildern. Keine Geburt vor der Kamera

"Bei solchen Prüfungsszenen kann der Zuschauer mitzittern, da hier Emotionen im Spiel sind, wie sie jeder schon erlebt hat", resümiert Dürr. Er träumt davon, eine werdende Mutter von der Einlieferung ins Krankenhaus über die Geburt bis hin zu den ersten Tagen zu Hause mit der Kamera begleiten zu können. "Einige Frauen wollen hier zwar Mutter werden, aber keine mit uns", sagte sein Kollege schmunzelnd. Dass im Clemens-August-Krankenhaus derzeit an ziemlich vielen Ecken gebaut wird, kommt ihm sehr entgegen. "Da werden wir den Technischen Leiter des Hauses mal bei einigen Besichtigungen begleiten", plant Dürr, dem es wichtig ist, dass alle Geschichten, die er im Haus dreht, nicht gestellt sind. Und bei der Einweihung der Röntgenabteilung war das Film-Duo natürlich auch dabei.

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