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Hunderte Bäume und Hecken werden zur Verkehrssicherung geschnitten

Umwelt und Verkehr : Jährliche Rodungen des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein sind kurz vor dem Abschluss

Die diesjährigen Schnittarbeiten des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein sind fast abgeschlossen. 6000 Kubikmeter Holz werden dabei jährlich an den Eifeler Straßen gefällt. Was passiert mit all dem Grünschnitt und Gestrüpp?

Jahrzehntelang haben die Bäume an der Landesstraße 2 gebraucht, um so groß zu werden. Die Säge hingegen benötigt nur wenige Minuten, um sie zu fällen. An der Straße zwischen Orenhofen und Auw an der Kyll ist der Kahlschlag besonders auffällig. Stamm an Stamm, Bündel an Bündel stapelt sich das Holz am Straßenrand.

Nicht alle der Riesen sind den Schnittarbeiten der Straßenmeisterei Bitburg zum Opfer gefallen. Auch ein privater Waldbesitzer hat, auf einem Gelände nahe der Ausfahrt Richtung Hosten, ganze Arbeit geleistet, wie es auf Anfrage beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein heißt. Dennoch lassen auch die Straßenplaner jedes Jahr die Motorsägen kreischen.

Knapp 6000 Kubikmeter Grünschnitt fallen nach Angaben des LBM Gerolstein im Eifel- und Vulkaneifelkreis jährlich an. Das ist im wahrsten Sinne des Sprichwortes eine Menge Holz. Stolze 6000 große Müllcontainer könnte man mit dem weggeschnittenen Material füllen, zwei olympische Schwimmbecken oder einen halben Zeppelin.

Etliche Mitarbeiter sind allein beim LBM Gerolstein insgesamt 25 000 Stunden im Jahr mit der Gehölzpflege, wie es im Behördendeutsch heißt, beschäftigt. Die Leistungen von beauftragten Fremdfirmen nicht mal mitgezählt.

Auf einem Streckennetz von etwa 2500 Kilometern rund um Bitburg, Prüm, Daun und Gerolstein ist aber auch ganz schön was zu tun. Turnusmäßig nehme man sich etwa alle zehn Jahre einen Streckenzug vor, heißt es beim LBM. Je nach Verkehrsauslastung könne es auch mal häufiger oder seltener sein.

Weggeschnitten wird dann alles, was ins Sichtfeld hineinragt. Oder krank und marode aussieht und droht, beim nächsten Sturm umzukippen und auf die Fahrbahn zu fallen. Es geht bei den Arbeiten also in erster Linie um Verkehrssicherheit.

„Im vergangenen Winter war der Aufwand besonders hoch“, erklärt ein LBM-Sprecher auf TV-Anfrage. Denn es hatte, vor allem im Norden der beiden Eifelkreise, über Wochen stark geschneit und der Schneebruch einigen Schaden angerichtet, etwa auf den Landesstraßen 17 und 20 rund um den Schwarzen Mann bei Prüm, aber auch auf den Strecken im Salmwald sowie auf der Bundesstraße 410 und der Landesstraße 46 bei Kelberg.

Doch auch auf anderen Routen sind die Straßenmeistereien tätig geworden. So etwa an der Landesstraße  2 bei Auw an der Kyll, der Landesstraße 46 und Bundesstraße 50 in der Nähe der Air Base Spangdahlem, auf der Bundesstraße 51 zwischen Bitburg und Meckel sowie an der Kreisstraße 77 bei Birresborn. Die Kreisstraße 28 bei Densborn soll am Samstag, 20. März, wegen Rodung ebenfalls gesperrt werden. Um nur einige Baustellen zu nennen.

Von Oktober bis März haben die Arbeiter Zeit für die Rodungen – dann beginnt die Brutzeit. Ende des Monats muss also alles an Grünschnitt weggeschafft sein. So will es der Gesetzgeber. Doch was passiert eigentlich mit all dem Holz, das bei dem Kahlschlag anfällt? Das wird laut LBM „fast vollständig gehäkselt“ und verfeuert.

Genau genommen landet das meiste geschlagene Material in einer Hackschnitzelheizungsanlage in Kyllburg. Dort wird das klein gehäckselte Holz zur Beheizung der Schule und auch von Räumen der Straßenmeisterei verwendet und der restliche Teil über Ausschreibungen an verwertende Firmen abgegeben.