"Ich will den Menschen etwas Schönes bieten"

Bitburg/Mainz · Für seine "großen Verdienste um die Kultur in Rheinland-Pfalz" hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer den langjährigen Geschäftsführer der Bitburger Brauerei, Michael Dietzsch, mit dem Landesverdienstorden geehrt.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreicht Michael Dietzsch in der Mainzer Staatskanzlei den Landesverdienstorden (Foto links). Das Bild rechts zeigt Dietzsch vor einem Gemälde (1953) seiner Mutter Ursula Kluth-Dietzsch. Motiv ist das italienische Fischerdorf Positano. Foto (1): Staatskanzlei Rheinland-Pfalz/ TV-Foto (1): Christian Moeris

Foto: (e_bit )

Bitburg/Mainz. Er arbeitet dort, wo andere eine Auszeit vom alltäglichen Trubel suchen, wo zur Zeit Stillleben, Porträts, Akte und von mediterranem Licht durchflutete Landschaften des Künstlers Hans Purrmann zum Innehalten und Verweilen einladen. Seit 20 Jahren kümmert sich der langjährige Geschäftsführer der Bitburger Brauereigruppe Michael Dietzsch ehrenamtlich um das Kulturhaus Beda. Als Vorsitzender des Stiftungsrates der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung organisiert er unter anderem Ausstellungen wie die "Farben des Südens", die derzeit das Erdgeschoss des Hauses ziert. Dietzsch: "Das war bislang das Highlight, das Beste der klassischen Moderne, was wir je in Bitburg zeigen konnten." Die Purrmann-Ausstellung habe er nur über persönliche Kontakte zu den Erben in die Eifel bringen können, erklärt der 75-Jährige. Das sei sonst gar nicht möglich gewesen.
Für seine "großen Verdienste um die Kultur in Rheinland-Pfalz, die Doktor Michael Dietzsch erworben hat", überreichte Ministerpräsidentin Malu Dreyer dem Bitburger, der mit den Jahren aus dem gebürtigen Kölner geworden ist, vergangene Woche den Landesverdienstorden - die höchste Auszeichnung des Landes. Doch Dietzsch gibt sich bescheiden: "Ich habe die Auszeichnung für all die Menschen entgegengenommen, die mit mir hier im Haus Beda gemeinsam bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit arbeiten."
Unterwegs in Berlin


Täglich sitzt der 75-jährige Ehrenamtliche hinter seinem massiven Schreibtisch im Haus Beda, organisiert, stellt Kontakt zu Künstlern sowie Agenten her und unterzeichnet Verträge, um Kunst nach Bitburg zu holen. Was ihn antreibt: "Ich will den Menschen etwas Schönes bieten", erklärt er. Diese Losung, die bereits Hanns Simon für die Satzung der Stiftung formulierte, habe auch für ihn Bestand.
Aber nicht allein das ehrenamtliche Engagement für die Stiftung und das Haus Beda nannte Dreyer in ihrer Laudatio als Grund für Dietzschs Auszeichnung. Dreyer: "Für die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz haben Sie sich darüber hinaus 18 Jahre lang als Vorsitzender des Freundeskreises für die ideelle und materielle Förderung der Universität Trier eingesetzt und waren auch Mitglied des Hochschulkuratoriums."
Damit nicht genug: Denn Dietzsch engagierte sich von 2003 bis 2013 als Präsident des "Host Nation Council Spangdahlem (HNCS)". Der Lobbyverein aus Unternehmen und Kommunen macht sich seit 2003 für den Fortbestand der Eifel-Airbase Spangdahlem stark. Dreyer: "In dieser Funktion haben Sie die Beziehungen zwischen den US-Streitkräften in Rheinland-Pfalz einerseits und der Region Bitburg auf der anderen Seite gefördert." Mit viel Herzblut und Leidenschaft habe er sich dieser Aufgabe gestellt und sei ein brillanter Botschafter der Eifel gewesen.
Der 75-Jährige erinnert sich im TV-Gespräch an einen Ausflug mit Offizieren der US-Luftwaffenstützpunkte Spangdahlem und Ramstein, mit denen er 2003 durch Berlin schlenderte. Dietzsch hatte sie mit dem Einverständnis des damaligen Hausherren Peter Struck ins Bundesministerium der Verteidigung eingeladen. Dietzsch: "Insbesondere nach den Terroranschlägen auf das World-Trade-Center in New York 2001 wollten wir den Amerikanern hier in der Region starke Unterstützung zukommen lassen." Für ihn sei es aber auch unstrittig, dass es in der Eifel beachtliche wirtschaftliche Interessen gebe, die Amerikaner hier willkommen zu heißen. Für seine Bemühungen um die deutsch-amerikanischen Beziehungen in der Eifel zeichnete ihn zudem die US-Luftwaffe 2010 in Spangdahlem mit ihrer Ehrenmedaille aus.
Ausstellungen in Planung


Damit dürfte Dietzschs Medaillensammlung, in der auch schon die Bundesverdienstkreuze am Bande sowie ersten Grades glänzen, beinahe komplett sein.
"Das sind Altersfreuden", erklärt der Kunstkenner, "wenn man auf die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten zurückblickt, freut man sich, dass die Öffentlichkeit und der Staat das positiv zur Kenntnis genommen haben." Doch für den 75-Jährigen ist noch nicht Schluss. Aktuell beschäftigt er sich mit künftigen Ausstellungen wie der der zeitgenössischen Künstlerin Gudrun Kemsa, Professorin für bewegte Bilder und Fotografie an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. In der Bitburger Ausstellung, die am 17. April startet, werden verschiedene Videoarbeiten und fotografische Werkserien aus unterschiedlichen Schaffensphasen von Kemsa gezeigt. Zuvor, am 17. Januar, öffnet die Jahresausstellung des Kunstkreises Beda, in der namhafte Künstler der Region ihre Werke ausstellen.