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Ideen für Nutzung von Schloss Malberg sind schön aber nicht umsetzbar

Studienprojekt : Von der Reha-Klinik bis hin zur Versuchsbrauerei: Angehende Architekten schlagen Nutzungsmöglichkeiten für Schloss Malberg vor

Architekturstudenten der Hochschule Augsburg haben sich Gedanken zur Nutzung und baulichen Veränderung von Schloss Malberg gemacht. Die Vorsitzende des Fördervereins Schloss Malberg, Inge Solchenberg, findet die Ideen schön, aber finanziell nicht umsetzbar.

Das Veranstaltungsprogramm für 2021 wurde angesichts der Pandemie zwar unter Vorbehalt erstellt, aber es steht. Ziemlich weit oben auf dem Terminkalender des Fördervereins Schloss Malberg steht dabei die zweite Auflage der Malberger Gartentage. Diese sind für das letzte Maiwochenende geplant. Und zu den vorgesehenen Angeboten dieser Gartentage gehören neben Vorträgen, Führungen, Filmen sowie einer Pflanzenbörse und einem Gartenmarkt auch die Präsentation von Entwürfen der Fakultät für Architektur und Bauwesen an der Hochschule Augsburg. Dort haben sich angehende Architekten im Rahmen ihrer Masterarbeit damit befasst, wie die Schlossanlage zukünftig genutzt und dafür auch entsprechend umgebaut werden könnte.

Ende März wurden die Ergebnisse erstmals an der Augsburger Hochschule präsentiert. Inge Solchenbach war bei der Veranstaltung dabei. „Da waren sehr schöne Ideen dabei“, sagt sie. Von einer Reha-Klinik über eine Musikakademie bis zur einer Versuchsbrauerei sei alles dabei gewesen. Doch sei es mit solchen Ideen alleine leider nicht getan, fügt die Vorsitzende des Fördervereins hinzu. „Wenn etwas in Malberg scheitert, dann liegt das meist nicht an der Idee, sondern am Geld.“ Solchenbach ist überzeugt, dass ein Zukunftskonzept für Schloss Malberg am ehesten Aussicht auf Erfolg habe, wenn man verschiedene Nutzungsmöglichkeiten miteinander kombiniere. „Es müssten sich mehrere Leute zusammentun, die dann jeden Teil für sich weiterentwickeln“, sagt sie. Für eine Einzelnutzung sei die Schlossanlage schlichtweg zu groß und die Unterhaltung zu teuer. Nichtsdestotrotz sei der Förderverein aber dennoch sehr dankbar für dieses tolle Projekt.

Dass sich eine Fachhochschule aus dem Süden der Republik ausgerechnet mit der barocken Schlossanlage in der Kyllburger Waldeifel auseinandergesetzt hat, hängt damit zusammen, dass der Landesverband des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) seine Mitgliederversammlung im vergangenen Spätsommer auf Schloss Malberg veranstaltet hat. Stellvertretender Vorsitzender des BDA-Landesverbands ist Marcus Rommel, der wiederum eine Professur an der Hochschule Augsburg innehat. Und wie Solchenbach erklärt, habe Rommel bei einem Gespräch am Rande der Tagung gemeint, dass er es durchaus reizvoll fände, Schloss Malberg zum Thema einer Masterarbeit zu machen. Wozu es dann auch erfreulicherweise gekommen sei.

„Die Studenten waren dann zwei Tage vor Ort, um alles auszumessen und zu fotografieren, und wir als Förderverein haben uns um die Unterbringung der Studenten auf dem Stiftsberg gekümmert“, sagt die Vorsitzende. „Die Aufgabe bestand darin, sich völlig losgelöst Gedanken darüber zu machen, was vorstellbar wäre“, sagt Solchenbach. Ob etwas finanzierbar und damit auch realisierbar sei, habe bei den Projekten der Masterstudenten keine Rolle gespielt.  „Das, was dabei herausgekommen ist, sind für uns in erster Linie Denkanstöße.“